Autobranche
BMW macht Japan schöne Augen

Der deutsche Autobauer BMW hat eine Partnerschaft mit Toyota geschlossen. Batterietechnik für die Deutschen, Motoren für die Japaner. Eine heikle Mission: Es geht ums Herz des Automobils.
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München, TokioBMW liefert Toyota künftig Dieselmotoren und arbeitet mit den Japanern auch in der Forschung eng zusammen. Beide Konzerne vereinbarten am Donnerstag in Tokio eine entsprechende Partnerschaft - und wollen weitere Projekte prüfen. Für die Münchner ist es die erste Kooperation mit einem japanischen Hersteller. „Wir sehen unsere Partnerschaft als einen wichtigen Schritt vorwärts“, sagte BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson auf einer Pressekonferenz am Rande der Tokyo Motor Show in der japanische Hauptstadt. Mit der Allianz der Hersteller ist die Autoindustrie um eine Kooperation reicher und verstärkt den Trend zur Zusammenarbeit von Konkurrenten.

BMW und Toyota, das ist ein ungewöhnliches Bündnis zweier großer Namen in der Autoindustrie – zeigt aber ein Muster. In immer kürzeren Abständen knüpfen die Konzerne neue Allianzen, Koalitionen und Partnerschaften – denn der Wandel zur Elektromobilität macht die stolzen Konzerne verwundbar.

Mehr denn je sind die klangvollen Namen wie Daimler, BMW und VW auf die Zusammenarbeit mit Branchenfremden angewiesen, um sich in die neue Zeit zu retten. Die seit 125 Jahren angesammelte Erfahrung mit Verbrennungsmotoren hilft den Branchenriesen beim Sprung in ein Zeitalter ohne Öl dabei nur wenig. Neues Know-how ist nun gefragt über Batterie-Management, Leichtbau und digitale Vernetzung. Doch diese Kompetenz liegt weitgehend außerhalb des Reiches der bisherigen Autohersteller.

Das Darwin-Spiel, bei dem nur der Fitteste und Schnellste überlebt, hat in der Branche längst begonnen, zahlreiche Parallelentwicklungen stellen die Hersteller vor eine Zerreißprobe. Die Forschung dafür verschlingt branchenweit Milliarden von Euro. Die Gefahr, die Gewinne der Gegenwart falsch einzusetzen, ist groß.

Für Deutschland steht viel auf dem Spiel: Die Autoindustrie ist einer der größten Arbeitgeber der Republik, sie prägt den Industriestandort. Und damit das so bleibt, teilen die Autobauer angesichts ihres geringen Know-hows nun erstmals Kernkompetenzen wie die Batterietechnik oder die Fertigung des Antriebs mit wichtigen Lieferanten und Konkurrenten. Dass sich selbst wirtschaftlich starke Konzerne wie BMW und Toyota zusammenschließen müssen, ist nicht nur ein Fanal für den Aufbruch in eine neue Zeit, sondern eben auch ein Eingeständnis der Schwäche.

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  • Der Kommentar gilt wohl mir.

    Und Ihr Sachverstand lässt zu wünschen übrig.
    Ich habe es schwarz auf weiß vor mir wer der Beste ist, bei Kosten, Qualität usw.
    Raten Sie mal wer? Ich sag es Ihnen. Es ist Toyota.
    BMW als Premium-Marke zu bezeichnen ist das dümmste was ich je gehört habe, sofern Sie in der Automobilbranche tätig sind? Die BMW Group kommt noch nicht mal ansatzweise an die VW Group ran, und von Toyota brauchen wir gar nicht reden. Nur mal ein paar Infos, die man offiziell wissen sollte. Besipielsweise fährt der Mini mit dem SMART-Motor. Oder im Daimler-Werk bei Berlin werden die Transporter von Mercedes, VW und Rover an ein und dem selben Laufband gefertigt. Lediglich die Motoren und die Karosserie unterscheiden sich minimal. Und natürlich der Preis, wo Rover ganz klar hervorsticht als günstigster. Weitere Werke von BMW, Audi (VW) und Daimler fertigen an weiteren Laufbändern die Teile. In den Werken sind meist nur noch Leiharbeiter, die für 3 Konzerne die Arbeit verrichten. Daimler beispielsweise kauft seit einem halben Jahrzehnt nur noch die billigsten Produkte ein, die sich aus der Ausschreibung ergeben. Da ist es nicht verwunderlich, dass in den meisten Werken bzw. in "Räumen" oder Hallen in naher Umgebung Ingenieure als Zeitarbeiter 3 von 4 Fahrzeuge in Handarbeit fertigen, da die fertigen Modelle mit den Billigteilen nahezu nie korrekt funktionieren usw.
    Das sind Ihre hochgelobten Marken. Nur weil über 90% der Rückrufaktionen nicht publik werden, heißt es noch lange nicht, dass diese Marken als Premium gelten.
    Zu Qualität und Garantie sollten Sie mal Toyota kennenlernen und der dazugehörigen Marke Lexus. Dann wissen Sie spätestens was Premium ist.

    Unfassbar immernoch, dass lediglich die Deutschen so naiv sind und immernoch an Deutsche Qualität glauben. Und noch ein kleiner Statisitkbeitrag. Deutsche Autos halten im Durchschnitt 6 Jahre, während sogar Osteuropäische Marken 10 Jahre überschreiten. Japanische sind natürlich Spitzenreiter.

  • Von allen bisher abgegebenen Kommentaren ist dieser wenigstens von Rationalität und Sachverstand geprägt.
    Von BMW als Auslaufmodell zu sprechen ist schon sehr ketzerisch. BMW ist die Premiummarke Nr.1 in der Welt. Wenn die angebliche Zusammenarbeit mit VW und Mercedes stimmen würde, warum sind dann vergleichbare VW-Fahrzeuge nicht genauso sparsam und hervorragend in der Qualität? Oder, um auch mal ketzerisch zu werden, warum rosten BMW-Fahrzeuge nicht genauso wie Mercedes-Fahrzeuge?
    Ob BMW die besten Fahrzeuge baut, werde ich nicht behaupten. Welches die Besten sind kann keiner behaupten. Es steht eines jedoch fest:
    BMW ist das Produkt hervorragender Arbeit und Ingenieurskunst seiner Mitarbeiter, die genau wissen warum sie sich so einsetzen Tag für Tag. BMW ist das Produkt hervorragender Mangementleistung, weil sie rechtzeitig künftige Anforderungen adaptiert hat. Diese Begeisterung spürt man jeden Tag wenn man in diese Fahrzeuge sitzt und losfährt. Genau so schafft man Freude am Fahren!

  • @Jannemann: Nur gut, dass man auf deine "Prognosen" nicht hören muss.
    @hary: "diese Schlitz-Ohren"?? Einfach ohne Worte!

    Man kann BMW, wie Toyota, zu diesem Deal gratulieren. Es ist allseits bekannt, dass BMWs Hybride bis jetzt die totale Fehlkonstruktion sind - nicht sparsam und auch BMW-typisch unsportlich. Auf der anderen Seite ist der deutsche (westeuropäische) Markt für Toyota zwar klein (Eigenentwicklungen bei highend-Dieselmotoren zu teuer), aber wichtig (Dieselmotoren bei Anteilen von bis zu 70% ein Muss).

    Und bevor man hier über Japan(er) herzieht, sollte man nicht nur mal Sushi gegessen oder mal ein japanisches Auto gefahren haben, sondern mal in Japan gewesen sein. Ein Besuch, zB. Tokios, verändert schlagartig seine Meinung über das "Hochtechnologieland" Deutschland. Wir sind in fast allen Bereichen 10 Jahre hinter den Japanern!

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