Autobranche
BMW spart sich in die Gewinnzone

Die großen Konkurrenten überbieten sich mit Milliardenverlusten: Daimler lag im zweiten Quartal - allerdings auch wegen Sondereffekten - rund eine Milliarde Euro im roten Bereich, bei Porsche dürften es im Geschäftsjahr rund fünf Milliarden Euro werden. BMW hält mit einem überraschenden Gewinn dagegen.

HB MÜNCHEN. Nach zwei verlustreichen Quartalen hat der Autobauer BMW von April bis Ende Juni überraschend wieder einen Gewinn eingefahren. Unter dem Strich verdiente der Konzern nach Angaben vom Dienstag 121 Mio. Euro. Das sind zwar 76 Prozent weniger als vor einem Jahr. Analysten hatten allerdings mit einem Verlust von 25 Mio. Euro gerechnet. Die Kernsparte Automobile schrieb indes rote Zahlen, vor Zinsen und Steuern lag der Fehlbetrag bei 31 Mio. Euro. Hier war am Markt ein Minus von 122 Mio. Euro erwartet worden. Der Segmentumsatz sank um 21 Prozent auf 10,8 Mrd. Euro.

Konzernweit erzielte BMW im zweiten Quartal einen Umsatz von knapp 13 Mrd. Euro, das sind elf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug 169 Mio. Euro, das sind 60 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Analysten hatten im Schnitt nur mit 42 Mio. Euro gerechnet. Konkurrent Daimler hatte erst in der vergangenen Woche den dritten Quartalsverlust in Folge ausgewiesen.

Das Sparprogramm zahle sich aus, erklärte BMW-Chef Norbert Reithofer. Der Konzern hatte bereits 2007 - weit vor der Krise - ein milliardenschweres Kostensenkungsprogramm aufgesetzt, zu dem der Abbau von insgesamt rund 10 000 Stellen zählte. Der Personalaufwand sei deutlich gesunken, sagte Reithofer. So ging die Zahl der Mitarbeiter von 99 112 Ende März auf 98 261 Ende Juni zurück. Ende 2007 hatte der Konzern noch mehr als 107 000 Mitarbeiter beschäftigt. Auch Effizienzsteigerungen haben sich laut Reithofer positiv ausgewirkt. Der Konzern habe zudem seine Lagerbestände weiter reduziert und das Nettoumlaufvermögen in der Autosparte verringert. Im ersten Halbjahr sei ein free cashflow von 516 Mio. Euro erzielt worden. Die Konzernliquidität betrug den Angaben zufolge zum Quartalsende insgesamt 11,9 Mrd. Euro.

Für das restliche Jahr äußerte sich Reithofer skeptisch: "Trotz erster positiver Signale ist eine durchgreifende und dauerhafte konjunkturelle Erholung derzeit noch nicht abzusehen." Eine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr wollte er abermals nicht abgeben. Das Marktumfeld sei schwankungsanfällig. Beim Absatz rechnet BMW weiter damit, unter den 1,4 Mio. verkauften Autos des Vorjahres zu bleiben. In der zweiten Jahreshälfte seien aber mehr Auslieferungen als im ersten Halbjahr zu erwarten. Von Januar bis Ende Juni übergab BMW 615 454 Autos an Kunden. Schub erhofft sich der Konzern von neuen Modellen wie dem kleinen Geländewagen X1 und der Reiselimousine 5er Gran Turismo, die im Herbst auf den Markt kommen. Ab 2010 tauscht BMW dann seine absatzstärksten Modelle 5er, 1er und 3er aus.

Für 2012 bekräftigte der Konzern deshalb seine Prognose, wonach im Autosegment eine Ebit-Marge von acht bis zehn Prozent und eine Kapitalrendite (ROCE) von mehr als 26 Prozent erreicht werden soll.

Die Aktie von BMW verbuchte am Dienstag zu Handelsbeginn zunächst einen kleinen Gewinn, drehte dann aber ins Minus. Sie gab zeitweise mehr als fünf Prozent nach.

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