Autobranche
China beschert Audi glänzende Geschäfte

Eine boomende Nachfrage nach Luxusautos in China hat Audi in den ersten neun Monaten des Jahres eine Verdopplung des operativen Gewinns beschert. Im kommenden Jahr soll es so weitergehen. Die Konzermutter VW freut's: Audi steuerte fast die Hälfte zum Konzernbetriebsgewinn bei.
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HB MÜNCHEN. Audi rechnet dank der boomenden Nachfrage nach Luxusautos in China auch noch für das kommende Jahr mit glänzenden Geschäften. „Unsere weltweiten Auftragseingänge liegen deutlich über den Erwartungen und wir rechnen mit einer hohen Auslastung bis in das Jahr 2011 hinein“, sagte Audi-Finanzvorstand Axel Strotbek am Dienstag. Im laufenden Jahr peilt die ertragsstarke VW-Tochter „ein Spitzenergebnis“ an und will weltweit rund 1,08 Mio. Autos verkaufen. Das höchste operative Ergebnis erwirtschaftete Audi 2008 mit 2,77 Mrd. Euro.

Mit den Konkurrenten BMW und Mercedes, die ebenfalls vom Autoboom in China profitieren, liefert sich Audi ein Wettrennen um die höchste Rendite. Die Nase vorn hat hier bislang Mercedes - der Autobauer kommt für seine Premiummarke in den ersten neun Monaten auf eine operative Rendite von 8,9 Prozent, während Audi im selben Zeitraum 8,7 Prozent erwirtschaftete. BMW legt seine Zahlen am Mittwoch vor. Analysten gehen konzernweit durchschnittlich von einem Wert von 8,1 Prozent aus.

Nach der Wirtschaftskrise greifen die Kunden wieder verstärkt zu hochmotorisierten Wagen mit teurer Ausstattung. Im wirtschaftlich erstarkten China will die aufstrebende Mittelschicht ihren Status mit einem teuren Auto symbolisieren.

Das füllt die Kassen der Luxusautobauer, die an den Sonderausstattungen gut verdienen. Im laufenden Jahr will Audi in China deutlich über 200 000 Autos verkaufen. Spätestens im kommenden Jahr dürfte China dann Deutschland als wichtigsten Absatzmarkt des Ingolstädter Autobauers ablösen. Aber auch in den USA laufen die Geschäfte des deutschen Premiumherstellers wieder besser.

In den ersten drei Quartalen verdoppelte Audi den Gewinn fast auf 2,3 Mrd. Euro. Damit bleibt die Marke mit den vier Ringen der Ertragsbringer im VW-Konzern. Sie steuerte fast die Hälfte zum Konzernbetriebsgewinn von 4,8 Mrd. Euro bei.

Doch auch die Konkurrenz frohlockt: Daimler hob am Donnerstag dank der sprudelnden Gewinne bei Mercedes und dem Boom am LKW-Markt zum dritten mal in diesem Jahr seine Gewinnprognose an. Die Schwaben erwarten nun 2010 konzernweit einen operativen Gewinn von mehr als sieben Mrd. Euro.

Bei BMW gehen die Analysten für das laufende Jahr durchschnittlich von einem Betriebsgewinn (EBIT) von 4,52 Mrd. Euro aus. Das Unternehmen selbst hatte Anfang August ein Konzernergebnis „signifikant über dem Niveau des Vorjahres“ in Aussicht gestellt. 2009 lag das Ergebnis vor Steuern lediglich bei 413 Mio. Euro.

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