Autobranche
Conti-Chef sieht Wende im zweiten Quartal

Continental leidet seit Monaten unter der Krise in der Autobranche. Die Sparmaßnahmen gingen so weit, dass zwei Reifenwerke geschlossen werden mussten. Nun glaubt Continental, dass ein Ende der Verlustserie erreicht ist.

FRANKFURT. Der von der Absatzkrise gebeutelte Autozulieferer und Reifenproduzent Continental rechnet damit, das Schlimmste überstanden zu haben. „Unsere Voraussage ist, dass wir im zweiten Quartal die Firma wieder zum Break-even bringen können, was das operative Ergebnis angeht“, sagte Vorstandschef Karl-Thomas Neumann gestern am Rande einer Investorenkonferenz in Frankfurt.

Trifft die Einschätzung zu, dürfte der Abschwung im Conti-Geschäft im ersten Quartal den Tiefpunkt erreicht haben. In den ersten Monaten des Jahres machte Conti 165 Mio. Euro Verlust (Ebit). Offen ist, wie zügig mit einer Erholung zu rechnen ist. Das Niveau vor der Krise ist in weite Ferne gerückt, die Produktion von Autos weltweit um mehr als zehn Mio. Stück geschrumpft.

Nach einem starken ersten Halbjahr 2008 brach die Nachfrage seit dem dritten Quartal gewaltig ein. Conti-Chef Neumann reagierte mit Programmen zur Kostensenkung inklusive Personalabbau auf die roten Zahlen. In den ersten drei Monaten des Jahres 2009 haben die Niedersachsen weltweit 6 500 Stellen abgebaut. In Deutschland arbeiten derzeit 25 000 Mitarbeiter kurz – mehr als die Hälfte der Belegschaft hierzulande. Die Restrukturierung geht weiter, Werke werden auf Effizienz getrimmt, Kapazitäten etwa in der Produktion von LKW-Reifen abgebaut. Im Zulieferbereich sollen bis Ende 2010 weitere 2 500 Jobs wegfallen.

Conti drücken nach der Übernahme von VDO elf Mrd. Euro Schulden. Um die Kreditklauseln zum Monatsende einzuhalten, verschiebt der Konzern die Gehaltszahlungen für Juni um einige Tage.

Auch Contis krisengebeutelter Großaktionär Schaeffler sieht Fortschritte. Im ersten Halbjahr werde der Autozulieferer operativ schwarze Zahlen schreiben, hieß es in Industriekreisen. Schaeffler habe seine Hausaufgaben gemacht. „Die Kostensenkungsprogramme laufen wie geplant und greifen bereits.“ Zuletzt konnten die Franken auch die Kurzarbeit etwas zurückfahren. Nach Handelsblatt-Informationen ist ihr Anteil seit Ende März von gut 26 auf knapp 20 Prozent gesunken.

Angesichts der kleinen operativen Fortschritte will Schaeffler auch am Fahrplan für eine Fusion mit Conti festhalten. Das Projekt sei nicht auf Eis gelegt, sondern werde weiter vorangetrieben, hieß es in Industriekreisen. Ein Konzern-Sprecher sagte: „Schaeffler und Conti arbeiten weiter an der Zusammenführung beider Unternehmen.“

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München
Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur
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