Autobranche
Daimler-Chef: 2009 wird Darwin-Jahr für Autoindustrie

Der Erfinder des Automobils will mit einem altbewährten Rezept aus der Autokrise kommen: nämlich mit Autos, neuen versteht sich. Wobei Daimler-Chef Dieter Zetsche weiß, was die Stunde für die Branche geschlagen hat. 2009 ist für Zetsche ein "Darwin-Jahr".

HB STUTTGART. Der Autohersteller Daimler hofft, mit Innovationen der aktuellen Branchenkrise gegensteuern zu können. Nur mit innovativen Produkten ließen sich Kunden gewinnen, betonte Konzernchef Dieter Zetsche am Mittwoch auf dem "World Mobility Forum" (WMF) in Stuttgart. 2009 bezeichnete der Manager als "Darwin-Jahr" der Automobilindustrie.

"Wer innovativ bleibt, erreicht die nächste Stufe der Evolution", sagte Zetsche. In diesem Jahr werde sich entscheiden, wer über die geforderte Innovationskraft verfüge, um die notwendigen Veränderungen erfolgreich zu meistern. "Die tiefe Rezession trifft uns alle mit voller Wucht", sagte der Daimler-Chef ein und räumte ein, dass der Druck auf die Hersteller zunehme. Er wollte sich nicht darauf festlegen, wie viele Autobauer am Ende überleben werden und ob es zu erfolgreichen Zusammenschlüssen kommen werde. Sein Unternehmen sei stark genug, die Krise allein zu bestehen, meinte Zetsche. Eine weitere Zusammenarbeit mit anderen Herstellern in einzelnen Bereichen schloss er jedoch nicht aus.

Die Automobilindustrie stehe wirtschaftlich und technologisch vor enormen Herausforderungen, sagte Zetsche. Für ihn werde der geforderte Wandel von der Elektrifizierung des Antriebs verkörpert. Die Kosten für Entwicklung, Herstellung und den Betrieb der alternativen Antriebskonzepte seien aber derzeit noch "außerordentlich hoch", gab Zetsche zu. Mit Elektrofahrzeugen sei noch in den nächsten zwei bis drei Jahren kaum Geld zu verdienen, es seien er erst größere Stückzahlen nötig.

Als ersten Schritt will Daimler noch in diesem Jahr die Kleinserienfertigung von Elektroautos und auch von Brennstoffzellen-Fahrzeugen starten. Am Forschungs- und Entwicklungsbudget will der Daimler-Chef weitgehend festhalten. "Wir werden alles tun, um den Entwicklungsfortschritt beizubehalten", sagte Zetsche. In Zeiten der Krise dürfe man die Innovationskraft nicht aufs Spiel setzen.

Im vergangenen Jahr seien allein 1,4 Milliarden Euro in verbrauchssenkende Technologien investiert worden. Derzeit würden die größten Emissionseinsparungen durch Verbesserungen bei den traditionellen Verbrennungsmotoren erzielt. Als nächster Schritt stünde die Einführung von Hybrid-Modellen an. Zetsche kündigte an, von diesem Jahr an werde jedes Jahr ein neues Hyrid-Modell auf den Markt gebracht. Den Anfang macht 2009 ein Modell der S-Klasse.

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