Autobranche
Daimler-Chef Zetsche räumt Fehler ein

Dieter Zetsche hat eingeräumt, im vergangenen Jahr nicht sofort auf den Absatzeinbruch reagiert zu haben. Deshalb seien zu viele Autos auf Halde produziert worden. Jetzt stellt sich der Autobauer auf ein Krisenjahr ein und will trotz einer Mitarbeiter-Demonstration mit einem rigiden Sparprogramm seine Zukunftsfähigkeit erhalten.

HB BERLIN. Mit weißen Plastikbechern in der Hand baten demonstrierende Beschäftigte die Aktionäre vor der Hauptversammlung des Stuttgarter Autobauers um Spenden. "Gegen Lohnverzicht. Wir zahlen Eure Krise nicht!", stand auf einem Plakat. In einem Flugblatt fordern die Demonstranten: "Die Reichen und die Krisenprofiteure sollen ihre Krise selbst bezahlen."

Der mit herben Absatzeinbußen ringende Autobauer Daimler hatte erst in der vergangenen Woche angekündigt, seinen Sparkurs zu verschärfen, weil ein Ende der Absatzkrise nicht in Sicht sei. Allein bei den Personalkosten in Deutschland will der Stuttgarter Konzern - der zuletzt 68 000 Beschäftigte kurzarbeiten ließ - in diesem Jahr rund zwei Milliarden Euro einsparen.

Auch wenn sich Vorstandschef Dieter Zetsche optimistisch gab und am Mittwoch in Berlin laut vorab veröffentlichten Auszügen aus seinem Redetext sagte: "Wir wollen auch in Zeiten schwacher Märkte ein starkes Unternehmen bleiben", wiederholte er, dass Entlassungen nicht mehr ausgeschlossen seien, wenn die Krisendynamik anhalte. "Um diesen äußersten Fall zu verhindern, werden wir unsere Maßnahmen auf anderen Gebieten nochmals verstärken", erklärte Zetsche und bekräftigte den rigiden Sparkurs des Unternehmens. "Klar ist: ohne einen substanziellen Beitrag auch der Arbeitnehmerseite wird es nicht gehen."

Der Daimler-Chef räumte ein, im vergangenen Jahr nicht sofort auf den Absatzeinbruch reagiert zu haben. Deshalb seien zu viele Autos auf Halde produziert worden. "Ich gebe zu: Im Nachhinein würden wir uns wünschen, wir hätten Mitte letzten Jahres sogar noch früher gebremst", sagte Zetsche. Nun sollen durch massive Produktionskürzungen die Lagerbestände bis zum Ende des ersten Halbjahrs dem Niveau der niedrigeren Nachfrage angepasst werden.

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