Autobranche
Daimler dank Rotstift in den schwarzen Zahlen

Daimler hat völlig überraschend Quartalszahlen veröffentlicht. Und die fielen überraschend gut aus. Nach den Milliardenverlusten aus dem ersten Halbjahr gab es im dritten Quartal operativ schwarze Zahlen. Das lag vor allem an den rigorosen Sparmaßnahmen.

STUTTGART. Der Autokonzern Daimler hat im dritten Quartal mit seiner Pkw-Markengruppe Mercedes-Benz die Rückkehr zu schwarzen Zahlen geschafft. Nach drei verlustreichen Quartalen fuhr Daimler mit Mercedes-Benz einen operativen Gewinn (Ebit) in Höhe von 355 Mio. Euro ein, wie der Stuttgarter Konzern mitteilte. „Wir sind bei Sparmaßnahmen und mit unseren Produkten auf gutem Weg“, sagte ein Sprecher dem Handelsblatt. Ähnlich hatte sich zuletzt Konzernchef Dieter Zetsche geäußert und die Trendumkehr angekündigt.

Der Konzern habe die Zahlen früher als geplant herausgegeben, weil der Cash-Flow mit 2,3 Mrd. Euro im Industriegeschäft höher als im Vorjahresquartal (zwei Mrd. Euro) und „deutlich besser“ als erwartet ausgefallen sei. Dabei halfen auch Verschiebungen durch konzerninterne Zahlungseingänge von Finanzdienstleistungen hin zum Industriegeschäft in Höhe von 600 Mio. Euro.

Der Gewinn übertraf die Konsensschätzungen der Analysten. An der Börse schnellte die Daimler-Aktie nach oben und verteuerte sich um sieben Prozent.

Im ersten Halbjahr hatte der Konzern noch Milliarden verbrannt. Nur mit Mühe konnte Daimler den Staatsfonds von Abu Dhabi im Frühjahr für eine Beteiligung von knapp zehn Prozent gewinnen. Die Araber legten dafür zwei Mrd. Euro auf den Tisch. Die Verluste von 2,3 Mrd. Euro in den ersten sechs Monaten fraßen die Arabische Kapitalspritze aber binnen kurzer Zeit auf. Umso wichtiger wurde es für den schwäbischen Traditionskonzern, die operative Wende zu schaffen.

Konzernchef Dieter Zetsche setzte den Rotstift an und verordnete allen Beschäftigten Kurzarbeit und kürzere Arbeitszeiten mit entsprechenden Lohneinbußen. Damit wurden die Halden im Fahrzeuglager abgebaut. Das geplante Sparpaket mit einem Volumen von gut vier Mrd. Euro soll nach Aussagen von Zetsche übertroffen werden.

„Die Krise ist nicht vorbei, aber Daimler bekommt die Situation unter Kontrolle“, sagt Autoanalyst Georg Stürzer von Unicredit. Der Verkauf der Spitzenmodelle S-Klasse und die neue E-Klasse liefen wieder besser, und die Nutzfahrzeugsparte bekäme den Einbruch in Europa langsam in den Griff. Trotzdem machte die Problemsparte Nutzfahrzeuge in den Monaten Juli bis September abermals einen operativen Verlust in Höhe von 127 Mio. Euro.

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