Autobranche
Daimler enttäuscht mit seinem Jahresausblick

Die vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal hat Daimler ja schon vergangene Woche veröffentlicht. Nach Milliardenverlusten verdient der Autobauer wieder Geld. Heute musste Daimler die Details des Zahlenwerkes veröffentlichen – und einen Ausblick. Beides enttäuschte Börsianer massiv.
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HB STUTTGART/FRANKFURT. Daimler erwartet auch im vierten Quartal einen operativen Gewinn. Vorstandschef Dieter Zetsche sagte am Dienstag in Stuttgart: „Wir haben in den vergangenen Monaten die Krise zunehmend gemeistert.“ Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde im Schlussquartal aber unter dem des dritten Quartals liegen. Unsicherheitsfaktor sei zudem die Wirtschaftskrise.

Für das Gesamtjahr erwartet der Autobauer einen „deutlichen Rückgang“ bei Absatz und Umsatz. Zwischen Juli bis September lag der operative Gewinn bei 470 Millionen Euro, er ging um 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Der Gewinn des Autobauers brach im dritten Quartal um 74 Prozent auf 56 Millionen Euro ein.

An der Börse kam der Ausblick gar nicht gut an; die Daimler-Aktien sind stärker ins Minus gedrückt. Laut Händlern belasteten auch die Aussagen des Autobauers zum Lkw-Geschäft: „Was sie zum Lkw-Markt im vierten Quartal gesagt haben, schmeckt dem Markt nicht“, fasste ein Händler zusammen. Dies habe einige Gewinnmitnahmen ausgelöst. „Die vorläufigen Zahlen sahen ein bisschen zu gut aus“, erklärte Analyst Jürgen Pieper von Bankhaus Metzler. „Das Bild von der steigenden Gewinnkurve, das viele hatten, ist erst einmal zerstört worden. Vor allem der schwache Ausblick auf das vierte Quartal enttäuschte“, fügte er hinzu. Daimler rutschten zwischenzeitlich um knapp drei Prozent ab, erholten sich dann aber wieder etwas.

Zudem musste Daimler für früher steuerbegünstigte Leasinggeschäfte in den USA Steuern nachzahlen. Eine Daimler-Sprecherin sagte am Dienstag in Stuttgart, im dritten Quartal seien 600 Mio. Dollar dafür ausgegeben worden. Weitere Angaben wollte sie nicht machen.

Daimler hatte zu Jahresbeginn eingeräumt, dass mit den US-Steuerbehörden ein Vergleich über die Anrechnung von Leasinggeschäften geschlossen worden sei. Wegen dieses Vergleichs hatte der Autobauer bereits Ende 2008 eine Belastung von rund 700 Mio. Dollar verbucht und zahlte nun einen Teil der Summe an die Behörden aus.

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