Autobranche
Daimler fährt vorsichtig bei Kamaz

Der Stuttgarter Autokonzern Daimler expandiert im Osten und steigt beim russischen Hersteller Kumaz ein. Allerdings fällt das Engagement geringer aus, als ursprünglich geplant. Die Autokrise zwingt Daimler zu Abstrichen.

FRANKFURT/STUTTGART. Der Autokonzern Daimler entscheidet bis Ende der Woche über einen Einstieg beim russischen Lkw-Hersteller Kamaz. Das berichten Unternehmenskreise. Der Aufsichtsrat des Unternehmens werde sich voraussichtlich am Donnerstagabend mit dem Thema befassen. Angepeilt ist demnach nur noch ein Anteil von zehn Prozent an dem größten russischen Lkw-Bauer, hieß es.

Die Stuttgarter haben eine Minderheitsbeteiligung an Kamaz bereits beim Bundeskartellamt angemeldet, wie ein Sprecher bestätigte. Die angestrebte Höhe der Beteiligung nannte der Sprecher nicht. Eine Daimler-Sprecherin betonte, das Unternehmen prüfe weiter seine Optionen für Kamaz und werde, wie angekündigt, bis Ende des Jahres entscheiden. Ursprünglich hatte der Stuttgarter Autokonzern mit der russischen Investmentgesellschaft Troika Dialog eine Grundsatzvereinbarung über den Kauf von zunächst 42 Prozent der Aktien von Kamaz getroffen.

Die Autokrise zwingt den Stuttgarter Autobauer, der diese Woche Kurzarbeit in vielen Werken angekündigt hatte, damit zu Abstrichen bei seinen Lkw-Russlandplänen. Ein Kamaz-Betriebsrat hatte bereits vor einigen Wochen angedeutet, dass sich Daimler mit einem geringeren Anteil an Kamaz zufrieden geben könnte. Im Sommer hatten beide Seiten einen Preis für die 42-Prozent-Beteiligung von über zwei Mrd. Dollar (rund 1,4 Mrd. Euro) vereinbart. Damals hatte der Börsenwert von Kamaz noch bei 3,9 Mrd. Dollar betragen. Heute ist das Unternehmen nach dem Sturz an der russischen Börse allerdings nur noch gerade mal die Hälfte am Aktienmarkt wert.

"Daimler war nicht zufrieden mit dem Preisschild von zwei Milliarden Dollar, über das wir bisher geredet haben", sagte Kamaz-Chef Sergej Tschemesow jüngst der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Nutzfahrzeuge gehören zu den konjunktursensibelsten Investitionsgütern. Nach jahrelangem Aufschwung haben sich die Erwartungen der Hersteller weltweit massiv eingetrübt.

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