Autobranche
Daimler investiert Milliarden in seine Werke

Daimler baut sein Werk in Rastatt aus. Dafür will Daimler 600 Millionen Euro ausgeben. Und das ist erst der Anfang. In diesem und im nächsten Jahr kündigte Daimler-Chef Dieter Zetsche Investitionen in Höhe von drei Milliarden Euro an. Zudem kündigte Daimler einen Hammer an: Bald könnte in einem Mercedes ein "fremder" Motor stecken.

RASTATT. Daimler ist bereit zur Kostensenkung ein Tabu zu brechen. Bei den Kompaktwagen mit Frontantrieb prüft Daimler Kooperationen mit anderen Herstellern. „Wir sind in Gesprächen bei Komponenten bis hin zum Motor“, sagte Mercedes-Produktionschef Rainer Schmückle am Rande der Feierlichkeiten zur Fertigstellung einer neuen Werkshalle in Rastatt. Sollte es dazu kommen wäre es das erste Mal in der Konzerngeschichte, dass ein Personenwagen von Mercedes nicht von einem selbst entwickelten Motor angetrieben würde.

Schmückle nannte Wettbewerber wie Audi oder BMW, die zeigten, dass in Kompaktwagen auch Motoren anderer Hersteller genutzt werden könnten. Der Motor des von BMW gebauten Mini stammt von Peugeot. Audi bedient sich aus dem Konzernbaukasten von VW.

Allerdings würde Mercedes dann, anders als Audi, bei seiner Kernmarke konzernfremde Motoren einsetzen. Dieser Punkt gilt bei Experten als besonders heikel, weil niemand weiß, ob die Kundschaft einen solchen Schritt bei Nobelmarken auch akzeptiert. Beispielsweise traut sich BMW beim aktuellen 1er-Modell noch nicht, den aus dem Mini verfügbaren Peugeot-Dieselmotor der Marke BMW einzubauen, obwohl der Fremdmotor moderner und leistungsfähiger ist, als der verwendete eigene BMW-Diesel. Erst beim Nachfolgemodell will BMW auf den heimischen Ingenieursstolz keine Rücksicht mehr nehmen und den Peugeot-Motor verwenden.

Auch bei Daimler scheint diese Hemmschwelle nun überwunden. Der Konzern steht in der Autokrise unter enormen Kostendruck. Zwar kehrte der Autobauer im vergangenen Quartal erstmals seit neuen Monaten wieder in die Gewinnzone zurück, aber gerade bei den kleineren Kompaktwagen sind die Margen gewaltig unter Druck. Und ausgerechnet in diesem Segment will Daimler mit einer „Modell-Offensive“ Wachstum generieren. Als Nachfolger für die bisherige A- und B-Klasse sollen vier Modellreihen auf einer Plattform entstehen.

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Deshalb investiert Daimler in das Werk in Rastatt 600 Mio. Euro, nicht in Ausweitung der bestehenden Kapazität von 250 000 Fahrzeugen pro Jahr, sondern Produktivitätssteigerung. Zusätzlich investiert Daimler rund 800 Mio. Euro in das neue Werk im ungarischen Kecskemet, wo in der vergangenen Woche der Grundstein gelegt wurde. Beide Werke sollen im Verbund agieren. In Ungarn kostet Daimler eine Arbeitsstunde acht Euro, während in Rastatt 50 Euro fällig sind. „Wir verbessern damit unsere Gesamtkostenposition und sichern damit Arbeitsplätze in Deutschland“, betonte Daimler-Chef Dieter Zetsche.

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