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Autobranche: Daimler mit dem Rücken zur Wand

Rote Zahlen hatte Daimler bereits angekündigt - aber dass daraus gleich ein Quartalsverlust von rund 1,3 Milliarden Euro werden würde, überrascht dennoch. Ein Grund: Allein der Umsatz der Pkw-Sparte ist im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent eingebrochen. In Stuttgart brennt`s - der Markt reagiert. Daimler steht mit dem Rücken an der Wand.

Eine Mercedes M-Klasse in voller Fahrt. Quelle: dpa
Eine Mercedes M-Klasse in voller Fahrt. Quelle: dpa

STUTTGART. Der Autobauer Daimler steckt wegen der Absatzkrise tief in den roten Zahlen und erwartet auch für das zweite Quartal Verluste. Bei der Pkw-Markengruppe Mercedes-Benz sei zwar die Talsohle erreicht, teilte Daimler am Dienstag in Stuttgart mit. Der weltweite Absatzeinbruch bei Lkw um 40 Prozent im ersten Quartal entfalte jedoch erst von April an seine volle negative Wirkung auf das Ergebnis, räumte der Konzern ein.

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Auch die endgültige Trennung von der verlustreichen US-Tochter Chrysler trägt dem Autobauer dann nochmal einen Verlust von 700 Millionen Euro ein. Für das Gesamtjahr 2009 malte Daimler ein düsteres Bild. Der Konzernumsatz werde das Vorjahresniveau von 95,9 Milliarden Euro deutlich verfehlen, da in allen Geschäftsfeldern (Pkw, Lkw, Transporter und Busse) mit schrumpfenden Absatzzahlen gerechnet wird. Daher stünden alle Ausgaben auf dem Prüfstand.

Mit Kürzungen von Arbeitskosten und Verwaltungsaufwand sollen in den kommenden Monaten Einsparungen in Höhe von vier Milliarden Euro zusammenkommen. Diese Maßnahmen entfalteten ihre volle Wirkung jedoch erst in der zweiten Jahreshälfte, teilte Daimler mit. Dann sei mit einer "schrittweisen Verbesserung der Ergebnissituation" zu rechnen.

Im Auftaktquartal rutschte der Industriegigant mit einem Verlust von 1,29 Milliarden Euro deutlich tiefer in die roten Zahlen als von Analysten erwartet. Vor Jahresfrist hatte Daimler noch 1,3 Milliarden Euro verdient. Wegen der weltweiten Absatzkrise schrumpfte der Umsatz in den Monaten Januar bis März zum Vorjahresquartal um 22 Prozent auf 18,7 Milliarden Euro. Daimler sitzt auf vielen unverkauften Autos, die Werke sind nicht ausgelastet. Daher fiel vor Zinsen und Steuern ein Verlust in Höhe von 1,426 Milliarden Euro an. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt bei einem Umsatzrückgang auf 17,9 Milliarden Euro nur mit einem operativen Verlust in Höhe von 947 Millionen Euro gerechnet.

Als Folge rutschten die Papiere des Autoherstellers nach Zahlen zeitweise bis auf ein Tagestief bei 25,075 Euro ab und haben zuletzt noch 6,15 Prozent auf 25,700 Euro verloren. Ein Händler sagte: "Auf den ersten Blick sind die Zahlen "grausam". Nach den Vorschusslorbeeren in Form eines Kursanstieges um 50 Prozent seit Monatsbeginn wird das jetzt mit Gewinnmitnahmen abgestraft." Allerdings rechne er im Verlauf mit einer Kurserholung, nachdem der Autobauer für das zweite Halbjahr in der wichtigen Sparte Mercedes-Benz Cars ein positives Ergebnis in Aussicht stellt.

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