Autobranche
Daumenschrauben für Porsche lockern sich

Gut für Porsche. Der VW-Aufsichtsrat hat dem Sportwagenbauer nämlich große Steine aus dem Weg geräumt - damit dieser leichter Geschäfte mit Audi machen kann, wie das Handelsblatt erfahren hat. Jetzt kommt Porsche besser an Motoren oder Komponenten von VWs Premiumtochter. Jetzt zahlt sich der Einstieg bei VW auch technologisch aus.

HAMBURG. Der bei der Übernahme von Volkswagen ins Stottern geratene Sportwagenbauer Porsche profitiert ausgerechnet von Zugeständnissen des VW-Betriebsrats. Die Stuttgarter sollen zukünftig wieder leichter für sie wichtige Elektronikkomponenten und Motoren von Volkswagens Premiumtochter Audi beziehen können. Das sieht ein Beschluss vor, den die Kontrolleure von VW auf ihrer Sitzung heute Nachmittag in Hamburg einmütig treffen wollen, erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des Aufsichtsrats. Morgen findet in Hamburg die VW-Hauptversammlung statt.

Den Kompromiss zwischen Volkswagens Arbeitnehmervertretern auf der einen und dem Großaktionär auf der anderen Seite, die sich lange öffentlichkeitswirksam bekämpft haben, hätten Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) und VW-Chef Martin Winterkorn vermittelt, hieß es. Porsche hält mehr als 50 Prozent der VW-Stammaktien, das Land rund 20 Prozent.

Konkret sollen die Kompetenzen des im September 2008 unter spektakulären Umständen etablierten "Ausschusses für besondere Geschäftsbeziehungen" (AfbG) des Aufsichtsrats eingeschränkt werden. "In der bisherigen Form hätten die Auflagen zu einer permanenten Überwachung von Porsches Geschäften mit Audi geführt", sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person dem Handelsblatt.

Bislang waren keine konkreten finanziellen Grenzen, innerhalb derer geprüft werden sollte, definiert. "Wir hätten jeden Ventildeckel genehmigen lassen müssen", hieß es bei Porsche. Der Sportwagenbauer ist angesichts seiner kleinen Stückzahlen gerade bei den Kostenblöcken Fahrzeugelektronik und umweltfreundlichere Antriebe auf technologische Hilfe von VW angewiesen.

Volkswagens Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte das aus Porsches Sicht äußerst ärgerliche Kontrollinstrument im Herbst 2008 nur durch die Stimmenthaltung von Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch durchsetzen können. Der VW-Patriarch und Porsche-Erbe hatte sich damit offen gegen seine Familie gestellt und den Zorn seines Cousins Wolfgang Porsche heraufbeschworen, der als Aufsichtsratschef des Sportwagenbauers fungiert. Nach einem Friedensgipfel war VW-Chef Winterkorn Ende November 2008 damit beauftragt worden, eine Lösung für den Konflikt zu finden.

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