Autobranche
ElringKlinger: Hoffnungssignal für Autozulieferer

Mitten in der schwersten Krise der Autoindustrie gibt es auch noch positive Nachrichten. Die kommen vom Zulieferer ElringKlinger, der auch im schlimmsten Fall noch mit einem guten Ergebnis am Ende dieses Jahres rechnet.

HB DETTINGEN/ERMS. Der Automobilzulieferer ElringKlinger rechnet auch im schlimmsten Fall der um sich greifenden Branchenkrise mit einem positiven operativen Ergebnis im laufenden Jahr. Selbst bei einem Umsatzeinbruch in Richtung 500 Mio. Euro plant der MDax-Aufsteiger mit einer positiven Ebit-Marge von fünf bis acht Prozent. Bestenfalls strebt der Dichtungsspezialist Umsatz- und Ebit-Werte auf dem Niveau des Vorjahres an, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.

Im Vorjahr hatte die in Dettingen/Erms ansässige Gesellschaft bei einer Umsatzsteigerung auf 658 Mio. Euro einen deutlichen Ebit-Rückgang von 121 auf 71,5 Mio. Euro verzeichnet. Bei einem Einbruch der Fahrzeugproduktion in Nordamerika und Europa von bis zu 25 Prozent im laufenden Jahr hält ElringKlinger einen Umsatz von 580 bis 600 Mio. Euro für möglich. Dann soll sich die Ebit-Marge zwischen acht und zehn Prozent bewegen. Die Ebit-Marge wird für das vergangene Jahr auf knapp elf Prozent beziffert.

Ein Händler bezeichnete den Ausblick in einer ersten Reaktion als „schwach“. Seiner Meinung nach könnte die Aktie am Handelstag deutlich unter Druck geraten und möglicherweise unter sieben Euro fallen. Im Vormittagshandel verlor das Papier 2,66 Prozent auf 7,69 Euro. Unter dem Strich verdiente ElringKlinger 2008 nur noch knapp 40 Mio. Euro nach fast 76 Mio. Euro im Vorjahr. Für das abgelaufene Geschäftsjahr schlägt das Management eine Dividende von 15 Cent je Anteilsschein vor. Ein Jahr zuvor waren mit 47 Cent noch mehr als drei Mal so viel gezahlt worden. Neben der vor allem im vierten Quartal stark gesunkenen Fahrzeugnachfrage wirkten sich im vergangenen Jahr auch die im Durchschnitt hohen Materialpreise und Energiekosten sowie Rückstellungen zur Materialpreisabsicherung belastend aus.

Aufgrund der aktuellen Krise verordnete sich ElringKlinger einen Sparkurs. Im laufenden Jahr sollen zehn Mio. Euro bei den Sach- und Personalkosten, im Einkauf sowie durch eine bessere Verwaltung der Vorräte gespart werden. Die Investitionen sollen im laufenden Jahr im Vergleich zum Vorjahr von rund 95 Mio. auf maximal 40 Mio. Euro zurückgeschraubt werden. Dabei wird auf Erweiterungs- und Neubauten in der Produktion verzichtet. Dagegen soll bei Forschung und Entwicklung nicht gekürzt werden. Sollte es nicht zu einer Belebung der Nachfrage kommen, erwägt das Unternehmen an den deutschen Standorten weitere Kurzarbeit. Bei einer länger andauernden Marktschwäche seien „strukturelle Korrekturen auch im Bereich Personal unvermeidlich“, schreibt das Unternehmen im Geschäftsbericht.

In den ersten beiden Monaten des Jahres 2009 habe sich die Nachfrage noch einmal stark abgeschwächt. Im ersten Halbjahr 2009 erwartet das Unternehmen im Vergleich zum zweiten Halbjahr einen „deutlich schwächeren Geschäftsverlauf“. Frühestens für die zweite Jahreshälfte rechne man, angestoßen durch die weltweiten Konjunkturprogramme, mit einer Belebung der Nachfrage. Zudem könnten sich die erstmals seit vielen Jahren rückläufigen Rohstoff- und Materialpreise mittelfristig positiv auswirken. 2010 will ElringKlinger den Umsatz und das EBIT des laufenden Jahres toppen. Mittelfristig strebt das Unternehmen wieder ein organisches Umsatzwachstum von fünf bis sieben Prozent an und will das Ergebnis mindestens in der gleichen Rate steigern.

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