Autobranche
Fiat buhlt um Gewerkschaft

Ein Tag noch, dann muss Fiat-Chef Sergio Marchionne sein Konzept für Opel abgeben. Bis dahin versucht Marchionne die Gewerkschaft IG Metall auf seine Seite zu ziehen. Auch die Politik bleibt nicht untätig - wobei sich die Reihen der potenziellen Investoren langsam gelichtet haben.

HB FRANKFURT/BERLIN. Fiat-Chef Sergio Marchionne versucht im Tauziehen um die Übernahme des deutschen Autobauers Opel die Gewerkschaften auf seine Seite ziehen. Wie die IG Metall in Frankfurt am Main bestätigte, wird sich Gewerkschaftschef Berthold Huber am Dienstag mit Marchionne zu einem Gespräch treffen. Über Ort und Zeit wurden keine Angaben gemacht.

Am (morgigen) Mittwoch läuft die Angebotsfrist ab, die die Bundesregierung potenziellen Opel-Investoren gesetzt hat. Bis zum 20. Mai müssen alle Firmen, die an einer Übernahme des Autobauers interessiert sind, ihr Konzept vorlegen. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung will neben Fiat und dem vom kanadischen Unternehmen Magna angeführten Konsortium auch der US-Finanzinvestor Ripplewood ein offizielles Angebot vorlegen. Ob es weitere Angebote gebe, sei derzeit unklar. Die Zeitung berief sich mit ihren Informationen auf Regierungskreise.

Wie "Bild" und die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" übereinstimmend berichteten, hat sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) mit Opel-Chef Hans Demant in Bochum getroffen. Die Landesregierung habe dabei Opel erneut jede mögliche Unterstützung zugesagt. Rüttgers habe sich zudem optimistisch gezeigt, dass es ein zukunftweisendes Konzept für Opel geben könne. Er gehe davon aus, dass alle vier deutschen Opel-Standorte erhalten bleiben könnten.

Die Bundesregierung rechnet einem Zeitungsbericht zufolge mit mindestens drei Interessenten für den angeschlagenen Autobauer Opel. Neben Fiat und dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna werde auch ein Angebot des US-Investors Ripplewood erwartet, berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise. Ob es darüber hinaus noch weitere Angebote gebe, sei unklar. Die Interessenten haben bis Mittwoch Zeit, ihre Konzepte dem Bundeswirtschaftsministerium und der Opel-Mutter General Motors vorzulegen.

Personen aus dem Umfeld der Investorensuche hatten am Freitag Reuters gesagt, es sei noch offen, ob sich der Ripplewood-Ableger RHJ International für ein Angebot entscheide. Der Finanzinvestor hatte wie der italienische Fiat-Konzern und Magna Einblick in die Opel-Bücher genommen. Verbindliche Konzepte von Investoren sind für die Bundesregierung Voraussetzung für die Errichtung eines Treuhand-Modells zur Rettung von Opel bei einer möglichen Insolvenz der Mutter GM.

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