Autobranche
Fiat fürchtet Massensterben der Autobauer

Was für ein schlechter Tag für die Autobranche: Daimler verordnet Kurzarbeit, BMW zieht Weihnachtsferien vor und Fiat hält eigenständiges Überleben für ausgeschlossen. Die Lage wird immer schlimmer. Und ganz besonders für die Mitarbeiter.

STUTTGART. Der Stuttgarter Fahrzeughersteller Daimler muss wegen dramatisch fallender Autoverkäufe Sondermaßnahmen ergreifen. Wie der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Erich Klemm mitteilte, wird das größte inländische Mercdes-Werk in Sindelfingen zum ersten Mal seit 1993 Kurzarbeit einführen. Das sei ein schwieriger, aber notwendiger Schritt, sagte Klemm. Rund zwei Drittel der 28 000 Produktionsbeschäftigten seien betroffen. Der Absatz der Marken Mercedes-Benz, Maybach und Smart war im November gegenüber dem Vorjahresmonat um 25 Prozent eingebrochen.

In Sindelfingen ist die Arbeitszeitverringerung vom 12. Januar bis zum 31. März geplant, könnte aber noch ausgeweitet werden. Klemm betonte, dass auch an allen weiteren Standorten von Daimler über Kurzarbeit gesprochen werde. Dies bedeutet eine weitere Verschärfung der Krise. Bisher stand das Thema nur in den Mercedes-Werken Sindelfingen, Berlin, Bremen und Düsseldorf zur Debatte.

In Sindelfingen rollen unter anderem die C-, E- und S-Klasse vom Band. Klemm sagte, in dem Werk sei die Einführung einer Vier-Tage-Woche, zeitweilig einer Drei-Tage-Woche sowie verlängerte Werksferien geplant. Wie schlecht die Konzernleitung die Aussichten für das kommende Jahr bewertet, zeigt diese Maßnahme: Im Sommer 2009 sind erstmals dreiwöchige Betriebsferien in Sindelfingen geplant.

Für das Werk Stuttgart-Untertürkheim wird eine Entscheidung über Kurzarbeit in den kommenden Tagen erwartet. An allen 14 Standorten in Deutschland werden insgesamt 150 000 Daimler-Mitarbeiter in verlängerte Weihnachtsferien von bis zu vier Wochen geschickt.

Durch eine Betriebsvereinbarung sind Daimler-Beschäftigte bis Ende 2011 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Während der Kurzarbeit erhalten die Mitarbeiter tariflich vereinbart 80 Prozent des Bruttogehaltes, die Bundesanstalt für Arbeit übernimmt von dem fehlenden Lohn je nach Kinderzahl 60 oder 67 Prozent.

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