Autobranche
Fiats große Stunde in Berlin

Heute muss Fiat die Karten auf den Tisch legen. Fiat-Chef Marchionne will Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg überzeugen, dass der italienische Autobauer der beste Partner für Opel ist. Und Marchionne hat große Pläne - nämlich einen neuen Autokonzern aus Fiat, Opel und Chrysler. Während sich die Begeisterung bei Autoexperten in Grenzen hält, gewinnen die Fiat-Papiere an der Börse.

fbr/HB DÜSSELDORF. Für Fiat ist es ein wichtiger, vielleicht ein entscheidender Tag. Wenn Fiat-Chef Sergio Marchionne heute in Berlin mit Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier über den Einstieg der Italiener bei Opel spricht, dann geht es um nichts Geringeres als dafür zu sorgen, dass sich der Wind dreht. Denn der weht Fiat ins Gesicht. Die Begeisterung in Deutschland über ein Fiat-Engagement bei Opel hält sich in Grenzen - das gilt aber nicht für die Börse.

Zu Guttenberg stapelt sicherheitshalber erst einmal tief: Von seinem Gespräch mit Marchionne erwarte er noch keine Entscheidungen über die Zukunft des Autobauers Opel. Er sei nach wie vor völlig offen gegenüber jedem Investor, sagte der CSU-Minister im Deutschlandfunk wenige Stunden vor der Unterredung, die offenbar für die Mittagszeit geplant ist. Es könne noch nicht um irgendwelche Entscheidungen gehen, so zu Guttenberg. Er hoffe, "dass ich etwas mehr Konkretes hören werde als das, was in einem Grobkonzept mir bereits vorgestellt wurde".

Aktien von Fiat sind am Montag um mehr als sieben Prozent gestiegen. Händler verwiesen auf die bevorstehenden Gespräche des Konzern-Chefs Sergio Marchionne in Berlin über einen Einstieg bei Opel. Zeitweise gewann die Fiat-Aktie 7,12 Prozent auf 8,05 Euro und stieg damit in Mailand an die Spitze des MIB30-Index. "Die Börse honoriert derzeit die Hoffung auf einen größeren Konzernverbund", sagte ein Analyst.

"Diese Übernahme ist im Wesentlichen eine politische Entscheidung", sagte ein anderer Analyst. "Hier gelten andere Regeln, denn der Verkauf kommt nur zustande, wenn der Staat unterstützend eingreift. Und damit geht Opel nicht wie bei einem normalen Verkaufsprozess an den Meistbietenden, sondern an denjenigen, der die meisten Arbeitsplätze garantiert."

Jürgen Pieper von Bankhaus Metzler verwies angesichts des Kursanstiegs auch auf Fiats Pläne zum Verbund mit Chrysler. Der drittgrößte US-Autobauer muss zur Sanierung in die Insolvenz und schmiedet dabei eine Allianz mit dem italienischen Konzern. Fiat soll zunächst mit 20 Prozent bei Chrysler einsteigen und später auf 35 Prozent aufstocken. "Der Markt schaut derzeit nur auf die Vorteile und die Chancen, die sich aus dem größeren Konzern ergeben", sagte Pieper.

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