Autobranche
Ford erfreut die Börse

Ford hat seine meine Spannung erwarteten Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt: Der angeschlagene US-Autobauer hat im dritten Quartal einen Verlust von 129 Millionen Dollar eingefahren und will noch einmal zehn Prozent seiner Stellen in Nordamerika streichen. Die Börse hat Schlimmeres erwartet.

HB DETROIT. Vor Steuern wies das Unternehmen am Freitag in den fortgeführten Geschäften ein Minus von 2,7 Milliarden Dollar aus, das aber teilweise durch Einsparungen von 2 Milliarden Dollar kompensiert wurde. Ford hatte seine Pensionsverpflichtungen in eine von der Autogewerkschaft UAW betriebene Gesellschaft ausgelagert.

Ein Jahr zuvor hatte Ford auf vergleichbarer Basis einen Verlust von lediglich 24 Millionen Dollar ausgewiesen. Angesichts der Krise gibt es bei Ford immer wieder Insolvenzgerüchte. Allein im vergangenen Quartal verbrannte der Autohersteller 7,7 Milliarden Dollar seiner Kapitalreserven.

Vor Sonderposten sei ein Verlust von 1,31 Dollar je Aktie verbucht worden. Analysten waren hier von einem Verlust je Aktie von 0,94 Dollar ausgegangen. Der Umsatz belief sich auf 32,1 Milliarden Dollar und übertraf die durchschnittlichen Analystenerwartungen von 28,354 Milliarden Dollar. Allein im nordamerikanischen Auto-Geschäft habe der Vorsteuerverlust 2,6 Milliarden Dollar betragen

.

Der Ford-Finanzvorstand erklärte, dass er mit der Liquiditätssituation zufrieden sei. Der Konzern kündigte ferner an, die Personalkosten in Nordamerika um weitere zehn Prozent zu senken. Zusätzlich sollten die Ausgaben im IT-Bereich und bei der Werbung gesenkt werden.

Der Umsatz brach um 22 Prozent auf 32,1 Milliarden Dollar ein. Im dritten Quartal 2007 waren es noch 41,1 Mrd. Dollar. Der Verlust je Aktie betrug aktuell 6 Cent nach 19 Cent je Aktie vor einem Jahr.

An der New Yorker Börse legte die Ford-Aktie in einer ersten Reaktion auf die Zahlen um rund zwei Prozent zu.

Die Produktion in Nordamerika soll auf 430 000 Einheiten zurückgehen. In Europa schrumpft sie auf 400 000 Einheiten. Das brint eine schlechte Nachricht für die Mitarbeiter von Ford mit sich: Der Autobauer wird mehr Stellen streichen als bisher geplant.

Derweil hatte der Kreditversicherer Euler Hermes hat nach Informationen des Westdeutschen Rundfunks den Versicherungsschutz für Lieferanten von General Motors (GM) und Ford aufgehoben. Die Situation beim Opel-Mutterkonzern GM und Ford habe sich "erheblich verschlechtert", heiße es in einem Schreiben, das dem WDR vorliege.

Der Versicherer wollte sich dazu am Freitag nicht äußern. Beim Autobauer Opel bestätigte ein Sprecher, dass Euler Hermes den Versicherungsschutz für Opel-Lieferanten im Oktober aufgehoben hat. Eine Sprecherin von Ford in Köln sagte, von Euler Hermes würden offenbar keine Neuverträge mehr mit Ford-Zulieferern abgeschlossen. "Wir stehen mit dem Kreditversicherer in Kontakt, um die Gründe für diese Maßnahme zu verstehen", sagte sie.

Nach Angaben des WDR ist die gesamte Gruppe sowohl bei GM als auch bei Ford betroffen, also auch die Adam Opel GmbH und die Ford Werke GmbH - in Deutschland. Das bedeute für die Zulieferer, dass sie sich bei Geschäften mit Opel und Ford nicht mehr über Euler Hermes gegen Zahlungsrisiken versichern können.

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