Autobranche
Ford sorgt an Börsen für Begeisterung

Erstmals seit 2005 schreibt der US-Autobauer Ford auf seinem Heimatmarkt in den USA wieder schwarze Zahlen. Damit hat Ford für eine faustdicke Überraschung gesorgt und die Erwartungen der Analysten übertroffen. An der New Yorker Börse sorgte die gute Nachricht aus Dearborn für ein vorbörsliches Kursfeuerwerk.
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HB DEARBORN. Der US-Autobauer Ford hat im dritten Quartal dank staatlicher Abwrackprämie und Kostensenkungen fast eine Milliarde Dollar Gewinn gemacht. Der Hersteller, der bisher besser als die Konkurrenten General Motors und Chrysler die Branchenkrise überstanden hat, berichtete einen Nettogewinn von 997 Mio. Dollar, obwohl der Umsatz sich um 800 Mio. Dollar verringerte. Ein Jahr zuvor hatte Ford ein Minus von 161 Millionen Dollar ausweisen müssen.

Auf dem Kernmarkt in Nordamerika erzielte Ford einen Gewinn von 357 Mio. Dollar. Es ist das ersten Mal seit 2005, dass der Hersteller in einem Quartal dort wieder schwarze Zahlen schreibt. Ford senkte nach eigenen Angaben seine Kosten im dritten Vierteljahr um 1 Milliarde Dollar. Der Hersteller zeigte sich auch für die Zukunft zuversichtlich. 2011 werde das Unternehmen solide profitabel sein. Bisher hatte Ford davon gesprochen, die Gewinnzone zu erreichen.

Operativ lag der Gewinn je Aktie ohne Sonderposten bei 0,26 Dollar. Analysten hatten mit einem Verlust von 0,12 Dollar gerechnet. Der Umsatz lag mit 30,9 Milliarden Dollar trotz des Millionen-Rückgangs ebenfalls deutlich über den Markterwartungen. Zumal sich Ford weiterhin deutlich besser als die mit Milliardensummen von der US- Regierung gestützten Wettbewerber General Motors (GM) und Chrysler schlägt. Die Ford-Aktie kletterte vorbörslich um fünf Prozent.

Bereits für das zweite Quartal war Ford eine Überraschung geglückt. Der US-Autobauer hatte einen Milliardenüberschuss vorzeigen können - im Vorjahreszeitraum hatten noch tiefrote Zahlen in den Büchern gestanden. Unter dem Strich stand im zweiten Quartal ein Überschuss von 2,3 Mrd. Dollar (1,6 Mrd Euro), nach einem Nettoverlust von 2,7 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Damit waren die Erwartungen der Analysten bereits übertroffen worden.

Und Ford schöpft Hoffnung für die schwer gebeutelte Autobranche. Der Konzern sei "vorsichtig optimistisch", was die Aussichten für eine Besserung der Lage anbetreffe, sagte der für das Nordamerika-Geschäft zuständige Ford-Manager Mark Fields dem Fernsehsender CNBC. Es gebe Anzeichen dafür, dass der Autoabsatz im Oktober höher als im September ausfalle. Allerdings signalisierten die Händler, dass die Erholung ungleichmäßig verlaufen werde.

Im Juli war Ford in den USA erstmals seit Monaten eine Absatzsteigerung gelungen. Die Verkäufe der US-Marken Ford, Lincoln, Mercury sowie der schwedischen Tochter Volvo waren im Vergleich zum Vorjahresmonat insgesamt um 2,3 Prozent auf 165 279 Fahrzeuge gestiegen.

Maßgeblich dazu beigetragen hätten, so Ford, die neuen verbrauchsärmeren Modelle sowie das von der US-Regierung aufgelegte "cash for clunkers"-Programm - die amerikanische Version der Abwrackprämie.

Ford hatte zum letzten Mal im November 2007 eine Verkaufssteigerung erzielt.

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