Autobranche: Geländewagen-Boom ist für Subaru ein Dilemma

Autobranche
Geländewagen-Boom ist für Subaru ein Dilemma

Nach der Abwrackprämie ist es mit dem Run auf Kleinwagen in Deutschland vorbei. Jetzt feiern die einst geschmähten Geländewagen ein Comeback - ganz besonders dann, wenn sie nur von zwei Rädern angetrieben werden. Das stellt Subaru, den weltgrößten Hersteller von Allrad-Autos, vor ein echtes Problem.
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ZÜRICH. Zu schwer, nicht mehr zeitgemäß, umweltschädlich - auf dem Höhepunkt der Autokrise galten Geländewagen als Auslaufmodell. Kleine Autos waren dank der Abwrackprämie in, große out. SUVs, das waren die Problembären der Autobranche. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein. Im Sommer nach der großen Krise sehen die Zulassungen von Geländewagen in Deutschland gut aus -besser als die anderer Fahrzeugklassen.

Die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes aus dem Monat August sind deutlich: Kleinwagen minus 36,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, Kleinstwagen gar minus 39,1 Prozent - das Segment der Geländewagen liegt indes 31,3 Prozent im Plus. Porsche Cayenne, Skoda Yeti, Geländewagen verkaufen sich wieder gut, oder?

Auf dem ersten Blick stimmt dies, aber das Bild ist trügerisch. Bei Jens Becker, Geschäftsführer von Subaru Deutschland, will angesichts des jüngsten Absatzbooms der Geländewagen keine rechte Freude aufkommen - und dies, obwohl Subarus eigener SUV Forester ebenfalls um 63,8 Prozent im Vergleich zum August 2009 zugelegt hat. Dafür gibt es Gründe.

Zum einen ist die Zeit, in der Geländewagen automatisch auch über alle vier Räder angetrieben wurden, vorbei. Egal ob Hyundai IX oder Nissan Qashqai, unter der Karosserie vieler Geländewagen steckt ein ganz profaner Frontantrieb wie in vielen anderen Autos auch. Und es werden immer mehr. Fuhren 2007 laut Berechnungen von Subaru nur 12.000 Geländewagen mit Frontantrieb über die deutschen Straßen, sind es 2010 bereits 50.000. Tendenz steigend.

Das ist der Branche nicht entgangen. Volkswagen, Volvo, Kia, Citroen/Peugeot, fast alle Hersteller wollen von der boomenden Nische profitieren. Immer neue, vor allem kleinere SUV sollen auf den Markt kommen. "Die Konkurrenz kommt von überall her", sagt Becker. Subaru, der Hersteller, der das heute lukrativ gewordene Segment mit begründet hat, steht unter Druck - und das ausgerechnet deshalb, weil Subaru ein Allrad-Spezialist ist. Denn anders als von Nissans sehr erfolgreichen Qashqai gibt es etwa von Subarus Forester keine Version mit Frontantrieb.

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