Autobranche
Genfer Autosalon: Neustart in der Krise

Finanzierungsprobleme, schärfere Umweltauflagen, einbrechender Absatz - selten zuvor standen die Autohersteller vor dem Genfer Autosalon so unter Druck wie jetzt. Die Branche steht vor einem drastischen Umbruch, die neuen Antriebe erweisen sich als Schlüsseltechnologie für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen.

FRANKFURT. Finanzierungsprobleme, schärfere Umweltauflagen, einbrechender Absatz - selten zuvor stand die Autobranche vor dem Genfer Autosalon, der diese Woche seine Pforten öffnet, so unter Druck wie im laufenden Jahr. Ausgerechnet jetzt müssen die Konzerne mit gezielten Investitionen in neue Technologien und Produkte die Weichen dafür stellen, dass ihre Unternehmen sich in den nächsten Jahren am eigenen Schopfe aus dieser Krise ziehen können.

"Genf wird auch so etwas wie ein kleiner Ausblick auf die Zeit nach der Krise - nach dem Jahr 2010", sagte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen. Jetzt stelle sich die Frage, wer Ideen habe, die es erlaubten, in ein paar Jahren wieder Marktanteile zu gewinnen: "Studien und Konzeptfahrzeuge waren noch nie so wichtig wie 2009."

Die Branche steht damit vor einem drastischen Umbruch. "Kein anderes Thema wird die Automobilindustrie so umfassend verändern wie das Thema nachhaltige Mobilität", glaubt Götz Klink, Autoexperte der Unternehmensberatung A.T. Kearney. Die Berater haben die Branche in einer umfassenden Studie durchleuchtet, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

Danach wird sich voraussichtlich nicht vor 2030 entscheiden, welche Antriebstechnik am Ende das Rennen macht. So bleiben laut Studie bis 2020 zwar klassische Verbrennungsmotoren mit etwa 60 Prozent Marktanteil dominierend. Sie würden aber zunehmend durch alternative Antriebe ersetzt. Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride treiben demnach 2020 global etwa schon fast jedes zehnte Neufahrzeug an.

Die Hersteller stehen damit vor einer drastischen Herausforderung: "Sie müssen die Entwicklung ihrer Benzin- und Dieselmotoren deutlich effizienter machen, die Modellreihen mit Erdgas- und Hybridantrieben ausstatten und noch stärker an Elektrofahrzeugen arbeiten - und das alles in der schwersten Branchenkrise seit Jahrzehnten", sagte Klink. Es sei deshalb bereits jetzt klar, dass das Rennen um die Antriebe der Zukunft nicht von jedem Autobauer gewonnen werde. "In den nächsten Jahren wird sich die Spreu vom Weizen trennen", lautet das harte Fazit des Beraters.

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