Autobranche
GM Chrysler: Hochzeit oder Todesfall?

Der angeschlagene US-Autohersteller General Motors und Chrysler-Mehrheitseigentümer Cerberus biegen bei ihren Verhandlungen über eine Notfusion offenbar auf die Zielgerade ein. Wichtige Punkte der geplanten Notfusion sind bereits geklärt – Knackpunkt Staatshilfen – Experten warnen vor einem Berg neuer Risiken.

NEW YORK/FRANKFURT. Informationen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge sind wichtige Punkte geklärt. Alles hänge nun davon ab, ob die benötigten Regierungshilfen für die Autobauer im Volumen von rund zehn Mrd. Dollar fließen werden, schreibt Reuters unter Berufung auf Verhandlungskreise. Für die US-Autobranche, den einstigen Stolz der Nation, bahnt sich damit im Schatten von Finanzkrise und US-Präsidentschaftswahl ein Endspiel an.

Zusammen wären die beiden Hersteller zwar wieder der größte Autobauer der Welt vor Toyota. Eine Chrysler-Übernahme würde GM jedoch vor einen Berg neuer Probleme stellen. „Das ist wie die Verbindung von Britney Spears und Kevin Federline: Eine schlechte Idee“, warnt Analystin Rebecca Lindland vom Brancheninstitut Global Insight.

Während die Lobby-Abteilungen aus Detroit vorrechnen, dass ein Kollaps der Auto-Riesen 600 000 Industrie-Arbeitsplätze gefährde, warnen zahlreiche Experten, dass ein aus purer Not geborener Zusammenschluss mehr Risiken schaffe als eliminiere. Das Handelsblatt zeigt im Folgenden die wichtigsten Fallstricke der geplanten „Elefanten-Hochzeit“ in Detroit auf.

Staatshilfe:

Der US-Automarkt leidet seit Jahren unter hohen Überkapazitäten, die angesichts der Kreditkrise und einbrechender Verkäufe noch steigen. Die Fusion würde auf dem Papier ein riesiges Gebilde schaffen, das weltweit mehr als 300 000 Mitarbeiter, rund 10 000 Autohändler und 100 Fabriken in Nordamerika unterhält. Betriebswirtschaftlich ist die Geburt eines neuen Weltmarktführers jedoch nur dann sinnvoll, wenn GM die Überkapazitäten in den USA eliminiert und die Produktion des Rivalen Chrysler damit größtenteils aufgibt. US-Medien spekulieren für diesen Fall bereits über einen Abbau von bis zu 40 000 Stellen.

Wie aber soll Washington seinen Steuerzahlern die nächste milliardenschwere Staatshilfe verkaufen, wenn sie in erster Linie dazu dient, die Konzernzentrale von Chrysler samt zahlreicher Werkstore zu schließen?

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