Autobranche
GM-Mitarbeitern in Europa droht Ungemacht

Die Opel-Mutter General Motors (GM) bereitet ihre Belegschaft in Europa laut einem Pressebericht auf harte Einschnitte vor. GM-Europachef Carl-Peter Forster habe in einem Brief an Mitarbeiter eine Reduzierung der Arbeitskosten um mindestens zehn Prozent angekündigt

HB RÜSSELSHEIM/DETROIT. Wie das Branchenblatt „auto motor und sport“ unter Berufung auf das ihr vorliegende Schreiben berichtet, müssten Arbeitszeiten gekürzt, Gehaltskosten gesenkt und weitere Initiativen zur Kostensenkung ergriffen werden. Der Abbau von Stellen sei bislang aber noch nicht geplant.

Sollte der Autoabsatz allerdings weiter zurückgehen, würde GM dem Bericht zufolge nicht vor stärkeren Einschnitten zurückschrecken. „Wenn sich die Marktverhältnisse in Europa weiter verschlechtern sollten, ist es sehr wahrscheinlich, dass weitere Schritte notwendig werden, um weiterhin überlebensfähig zu bleiben“, habe Foster geschrieben.

Dabei habe der GM-Manager die Probleme bei Opel allein auf die Krise auf dem europäischen Automarkt zurückgeführt: „Lassen Sie es mich ganz deutlich sagen: Dies hat nichts zu tun mit dem Streben, Liquidität sicherzustellen oder mit der Situation in den USA.“ Das Geschäftsmodell werde an den drastischen Nachfragerückgang auf dem europäischen Markt angepasst.

Derweil dringt die IG Metall auf eine rasche Bewilligung von Staatsbürgschaften für Opel. Allein das Bochumer Werk benötige 420 Mio. Euro an Investitionen für die 2009 und 2010 geplante Umstellung auf neue Modellreihen, sagte der Sprecher der IG Metall Nordrhein-Westfalen, Wolfgang Nettelstroth, am Donnerstag in Düsseldorf. Ohne diese Investitionen drohe dem Werk ein Tod auf Raten. Er bestätigte damit einen Bericht der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ).

„Wir brauchen schnelles entschlossenes Handeln, damit die 420 Mio. Euro Zukunftsinvestitionen schnell in trockene Tücher kommen“, zitierte die Zeitung den nordrhein-westfälischen IG-Metall-Chef Oliver Burkhard. Wenn der bedrohte Mutterkonzern General Motors die zugesagten Investitionen nicht mehr leisten könne, müsse Opel Kredite aufnehmen, für die dringend die Staatsbürgschaften benötigt würden. Das Land Nordrhein-Westfalen sei jetzt in der Verantwortung.

Nettelstroth betonte, die Bürgschaften für das Bochumer Opel-Werk müssten Bestandteil eines europaweiten Gesamtpakets sein, an dem sich alle Länder mit Opel-Standorten beteiligen sollten. In ihrem Produktionspapier betonte die IG Metall: „Mit den richtigen Weichenstellungen wird Opel in Bochum dauerhaft wirtschaftlich produzieren können.“ Die realen betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Schließungskosten seien sowohl für das Unternehmen, als auch für die Region aller Voraussicht nach deutlich höher als die Aufwendungen für Zukunftsinvestitionen.

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