Autobranche
GM versinkt in Schulden

Was für ein Chaos-Tag bei General Motors: Eine der größten Firmen der Welt ist scheinbar nicht in der Lage, wie geplant seine Quartalszahlen auf den Tisch zu legen. Zunächst wurde die Vorlage verschoben, dann Interviews abgesagt und am Ende hat GM doch noch einen Milliardenverlust für das dritte Quartal vorgelegt. Auch die Übernahme-Gesrpäche mit dem Wettbewerber Chrysler wurden vorerst für beendet erklärt.

gie DETROIT. Eigentlich wollte General Motors die Bilanz fürs dritte Quartal um 16.30 Uhr deutscher Zeit vorlegen. Das Unternehmen ließ die Frist jedoch ohne Begründung verstreichen. GM-Chef Rick Wagoner sagte zudem ein angekündigtes Interview mit einem Fernsehsender kurzfristig ab.

Der Opel-Mutterkonzern selbst nannte zunächst keinen Grund für die Probleme bei der Zahlenvorlage. Weil sich die Bekanntgabe der Ergebnisse verzögerte, wurde der Handel der GM Aktie in New York ausgesetzt.

Um exakt 17:07 Uhr gingen die Zahlen dann doch plötzlich über die Ticker der Nachrichtenagenturen. Der Opel-Mutterkonzern fuhr im dritten Quartal vor Sondereffekten ein Minus von 4,2 Mrd. Dollar (3,3 Mrd Euro) ein. Durch Einmalgewinne stand letztlich unter dem Strich ein Verlust von immer noch 2,5 Mrd. Dollar, wie GM am Freitag in Detroit mitteilte. Im Vorjahresquartal hatte GM nach hohen Abschreibungen bereits einen Rekordverlust von fast 39 Mrd. Dollar erlitten.

Einen Teil seiner Verluste verschob GM zudem nach Europa: Das Geschäft mit der Hauptmarke Opel stürzte mit einem operativen Verlust von einer Milliarde Dollar tief ins Minus. Im zweiten Quartal war noch ein minimaler Gewinn von 20 Mio. Dollar angefallen. Der GM-Konzernumsatz fiel in den vergangenen drei Monaten um 13 Prozent auf 37,9 Mrd. Dollar. Der weltweite Absatz sank um elf Prozent auf 2,11 Mio. Autos.

Der Konzern verbrannte im dritten Quartal weitere fast sieben Mrd. Dollar seiner bereits bedrohlich verringerten Kapitalreserven. Ohne neue Finanzmittel könnte GM in ein paar Monaten das Geld ausgehen, schätzen Analysten. GM muss bereits immer wieder Insolvenzgerüchte dementieren.

Der Verlust fiel weit höher aus als von Experten erwartet. Die Verluste des GM-Konzerns summieren sich damit in diesem Jahr auf bisher mehr als 21 Mrd. Dollar. Die GM-Aktie stürzte in einer ersten Reaktion um mehr als zehn Prozent ab.

Angesichts der enormen Kapitalprobleme gab GM das Ende der Übernahme-Gespräche mit dem Wettbewerber Chrysler bekannt. Ein Zukauf habe in der näheren Zukunft keine Priorität, sagte der Chef des Autobauers, Rick Wagoner, am Freitag in einer Telefonkonferenz.

Auch der zweitgrößte US-Autobauer Ford hatte kurz zuvor einen neuen Milliardenverlust bekanntgegeben. Beide Konzerne rufen angesichts ihrer Probleme nach raschen Staatshilfen in Milliardenhöhe. GM baut in den USA wie Ford und Chrysler massiv Stellen ab. In Deutschland stehen die Bänder bei Opel wegen der Absatzkrise zeitweise still.

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