Autobranche
GM vertagt Lösung für Opel auf September

General Motors (GM) lässt zwei Monate nach seiner spektakulären Pleite wieder die Muskeln spielen und reagiert auf den Druck aus Berlin mit Verweigerung: Der US-Autokonzern baut im Verwirrspiel mit Opel die nächste Drohkulisse auf und zeigt neue Sympathien für einen Verkauf an Finanzinvestoren. Entschieden werden soll erst im September – doch zwei Dinge stehen bereits fest.

ebe/ink/saf/dmt BERLIN/NEW YORK. Die Vertagung auf September ist das Ergebnis der Verhandlung des GM-Vize John Smith mit Vertretern der Bundesregierung in Berlin. Am Mittwoch will Smith dazu erneut Gespräche mit dem kanadisch-österreichischen Magna-Konzern führen. Magna ist der Wunschkandidat von Bund und Ländern.

Nach dem Treffen stehen damit zwei Dinge fest: Erstens beugt sich GM nicht dem Wunsch der Bundesregierung nach einer schnellen Entscheidung möglichst noch in dieser Woche. Entschieden werden soll nun auf der Sitzung des GM-Verwaltungsrats am 8. und 9. September, an dem auch Vertreter der US-Regierung als Eigentümer teilnehmen. Zweitens kann GM nicht mehr damit rechnen, dass die Bundesregierung einen anderen Investor als Magna unterstützt. Gegenüber Smith sei betont worden, dass es kein Finanzierungskonzept für den zweiten Interessenten, den belgischen Finanzinvestor RHJ, geben werde, hieß es in Regierungskreisen. Eine tragfähige Lösung mit RHJ sei aus deutscher Sicht nicht möglich.

Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) äußerte Verständnis für die erneute Verzögerung, die man in Berlin auf personelle Änderungen im GM-Verwaltungsrat zurückführt. "Jede schnellere Entscheidung nimmt zwar die Sorgen von den Mitarbeitern, aber sie muss substanziell sein", sagte zu Guttenberg in Dresden.

Die Opel-Belegschaft war am Dienstag Sturm gelaufen gegen vermeintliche GM-Pläne, das Europageschäft doch selbst zu behalten. Der Gesamtbetriebsratschef von Opel, Klaus Franz, warnte vor Werksschließungen. Aus Protest nahmen die 25 000 Opel-Beschäftigten ihren Verzicht auf das Urlaubsgeld zurück.

Der staatlich kontrollierte US-Autokonzern GM lässt damit Monate nach seiner spektakulären Pleite wieder die Muskeln spielen. Auf den anhaltenden Druck der deutschen Bundesregierung, die einen Verkauf der Rüsselsheimer GM-Tochter Opel an den Autozulieferer Magna in die Wege leiten will, reagiert GM mit einer Demonstration der Macht: Der Konzern werde in den nächsten Wochen diverse Szenarien für sein Europageschäft prüfen und wolle auch einen Verbleib des Rüsselsheimer Autobauers im Konzern nicht mehr ausschließen, ließ GM gestern über diverse US-Medien streuen.

Seite 1:

GM vertagt Lösung für Opel auf September

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%