Autobranche
GMs neuer Chef hat wieder große Pläne

Der Autobauer General Motors will bereits im kommenden Jahr Milliarden Dollar an Staatshilfen zurückzahlen. Und der neue Konzernchef Ed Whitacre lässt auch durchblicken, warum Fritz Henderson nicht mehr an der Spitze steht - und was nun mit Saab geschehen könnte.
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HB DETROIT. Der Opel-Mutterkonzern General Motors will bereits im kommenden Jahr Milliarden an die US-Regierung zurückzahlen. Ein Kredit über 6,7 Milliarden Dollar solle bis Ende Juni getilgt werden, sagte der neue GM-Chef Ed Whitacre bei einem Treffen mit amerikanischen Journalisten am Dienstag. Bisher hatte GM die Rückzahlung des Kredits deutlich später in Aussicht gestellt.

Der angeschlagene Autoriese war von der US-Regierung mit Hilfen von insgesamt 50 Milliarden Dollar gerettet worden. Nach einem Blitz- Insolvenzverfahren hält der amerikanische Staat deshalb 61 Prozent an dem Unternehmen. Er will irgendwann über einen Börsengang wieder aussteigen. Einen Zeitplan dafür gebe es bisher nicht, sagte Whitacre bei dem Treffen der "Washington Post" zufolge.

Whitacre, der zunächst nur an der Spitze des Verwaltungsrates stand, übernahm vor zwei Wochen auch die Konzernführung. Man habe mit seinem Vorgänger Fritz Henderson unterschiedliche Zukunftsvorstellungen gehabt, sagte Whitacre. "Der Verwaltungsrat wollte mehr verändern, die Sachen etwas anders angehen, in eine andere Richtung gehen als Fritz." Der 68-jährige frühere Chef des Telekomkonzerns AT&T will General Motors führen bis ein neuer Spitzenmanager gefunden wird.

Was die Zukunft der Konzernmarke Saab angeht, so verhandelt GM mit dem niederländischen Sportwagenbauer Spyker Cars über eine Übernahme seiner vom Aus bedrohten schwedischen Tochter Saab. Wie GM-Chef Ed Whitacre am Dienstag vor Reportern in Detroit sagte, sei Spyker Cars der einzig verbliebene Interessent. "Ich habe das Gefühl, dass es möglich ist", sagte er. GM will Saab abwickeln, wenn nicht bis Ende des Jahres ein Käufer gefunden wird.

Der auf die Herstellung hochpreisiger Kleinserien spezialisierte niederländische Sportwagenhersteller Spyker Cars sei nach Gesprächen mit GM am Wochenende in Zürich als Favorit für die Übernahme der schwedischen Traditionsmarke genannt worden, berichtete die Agentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise.

Am Montag hatte Saab den Verkauf von Technologie aus den Modellreihen 9-5 und 9-3 an den chinesischen Autokonzern BAIC mitgeteilt. Auch ein Teil der Fertigungsanlagen für diese Fahrzeuge wechselt den Besitzer. Die Chinesen erhalten so Zugriff auf wichtiges Know How, mit dem sie die eigenen Modelle aufpolieren wollen.

BAIC hatte sich bereits an einem Saab-Übernahmeversuch durch den kleinen schwedischen Sportwagenhersteller Koenigsegg beteiligt, der im vergangenen Monat aber gescheitert war. Bei Saab sind direkt noch etwa 3400 Menschen beschäftigt, weitere rund 3000 arbeiten Branchenangaben zufolge bei Subunternehmen.

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