Autobranche
Hersteller von Luxusautos sparen

Luxuskarossen schienen bisher immun gegen die Wirtschaftskrise zu sein. Das hat sich jetzt geändert. Aston Martin, Bentley und Rolls-Royce müssen sparen und entlassen Mitarbeiter. Und eine Besserung ist nicht in Sicht.

LONDON/HAMBURG. Näherinnen, die Sitzbezüge mit Zierstichen versehen, Tischler, die Wurzelholzpaneele polieren, der Duft von Leder in der Luft – die Manufakturen der britischen Luxusautohersteller sind ein Hort der aufwendigen Handarbeit in der durchrationalisierten Welt der Autoindustrie. Bis in den Sommer hinein glaubten Rolls-Royce, Bentley und Aston Martin, von der Branchenkrise abgeschirmt zu sein. Doch nun hat die Realität Einzug gehalten: Tiefer noch als bei den Massenherstellern sind die Umsatzeinbrüche. Nun hält der Rotstift Einzug in die Manufakturen.

Aston Martin, Produzent der James-Bond-Autos, ist der bisher letzte der britischen Luxuswagenhersteller, der einen Stellenabbau ankündigte. Und er schneidet am tiefsten: Fast ein Drittel der 1 850 Beschäftigten müssen gehen. 300 Zeitarbeiter und bis zu 300 feste Mitarbeiter sind betroffen. „Die Marktsituation erlaubt es uns nicht, mit der bisherigen Zahl von Beschäftigten weiterzuarbeiten und wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagt ein Sprecher.

Rund 7 300 Autos hat Aston Martin im vergangenen Jahr weltweit verkauft. Vom US-Konzern Ford wechselte die unter der Führung des deutschen Managers Ulrich Bez wiederbelebte Legende in die Hände kuwaitischer Investoren. Wie stark die Produktion sinkt, will das Unternehmen noch nicht verraten. Die neuen Modelle DBS Volante und V12 Vantage kämen wie geplant 2009 auf den Markt, kündigt der Sprecher an. Weitere Modellpläne würden jetzt überprüft.

Als erste der Luxusmarken hatte die VW-Tochter Bentley im September auf Sparkurs umgesteuert. Seither musste sie noch zweimal nachbessern. 50 Zeitarbeiter sind bereits gegangen, mit einem Abfindungsprogramm hofft das Unternehmen, 200 bis 300 fest angestellte Mitarbeiter zum Gehen zu bewegen. Das würde die Belegschaft auf rund 3 500 reduzieren. Vierwöchige Werksferien über Weihnachten und die Abschaffung der Nachtschicht sollen dazu beitragen, die Produktion um ein Viertel zu reduzieren.

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