Autobranche
Hyundai – der Krisengewinner

In der Krise nimmt Hyundai alle Kräfte zusammen – und wildert auf dem amerikanischen Markt. Der koreanische Autobauer hält in den USA mehr Marktanteile als alle deutschen Autobauer zusammen. Der Erfolg ist das Ergebnis außerordentlicher Anstrengungen: Wie die Koreaner die Amerikaner für sich gewinnen.

ebe/fmk/hz/mcs NEW YORK/TOKIO/FRANKFURT. "More. Now. Hurry!": Im Stakkato-Stil beschreibt die US-Fachzeitschrift "Automotive News" die Angriffsstrategie des koreanischen Autokonzerns Hyundai. Schnell muss es jetzt gehen, solange die scharfe Krise Außenseitern Chancen eröffnet. Während im weltgrößten Automarkt USA die Alarmsirenen heulen, während General Motors und Chrysler den Makel der Insolvenz tragen und fast die Hälfte ihrer Umsätze verlieren, wechselt die lange Zeit als zweitklassig geltende Automarke auf die Überholspur.

Zwar setzen auch die Koreaner im Zuge des Markteinbruchs in den USA längst nicht mehr so viele Fahrzeuge ab wie im Vorjahr. Die Einbußen halten sich jedoch in Grenzen - und der Marktanteil steigt stetig. Die Hyundai-Gruppe hält gemeinsam mit ihrem Ableger Kia, der im unteren Preissegment wildert, schon sieben Prozent Marktanteil in den Vereinigten Staaten - mehr als die deutschen Hersteller VW, BMW, Mercedes und Audi zusammen.

Dabei locken die Südkoreaner mit höheren Preisnachlässen als die Konkurrenz - und sie sammeln mit Marketingaktionen Sympathiepunkte: Autokäufer dürfen im Falle des Jobverlustes ihr geleastes Fahrzeug sofort und ohne hohe Einbußen zurückgeben; angesichts steigender Spritkosten lockt Hyundai seit Dienstag mit einer Benzinpreisgarantie, die höhere Ausgaben zurückerstattet. "Sie sehen die Krise als perfekte Gelegenheit, um sich Marktanteile zu schnappen", sagt Jesse Toprak von der Auto-Beratungsfirma Edmunds.com.

Im europäischen Markt zählt Hyundai in diesem Jahr zu den wenigen Herstellern, die zulegen konnten. So steigerten die Koreaner in den ersten fünf Monaten dieses Jahres in Westeuropa ihren Absatz um 16,8 Prozent. Das Angebot an preiswerten und umweltfreundlichen Modellen treffe derzeit genau den Nerv, urteilt Analyst Zayong Koo vom Investmenthaus Nomura in Seoul. Die Marke zählt zudem zu den Nutznießern der Abwrackprämien, von der vor allem günstige Fahrzeuge profitieren.

Der Erfolg Hyundais gründet auch auf der noch relativ frischen Modellpalette: In den vergangenen zwei Jahren brachte das Unternehmen eine ganze Reihe neuer Kleinst-, Klein- und Kompaktwagen auf den Markt. Wertvolle Unterstützung erhält Hyundai zudem vom Devisenmarkt. Der Won ist im vergangenen Jahr steil abgestürzt und hat die Autos aus Korea auf den Auslandsmärkten deutlich verbilligt.

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