Autobranche
Hyundai gibt Ford bei Jaguar einen Korb

Der US-Autokonzern Ford hat bei seiner Suche nach einem möglichen Käufer für die britische Nobelmarke Jaguar einen Rückschlag eingesteckt. Einer der potenziellen Investoren, der koreanische Autokonzern Hyundai, entschied sich gegen eine Übernahme der defizitären Ford-Tochter.

hz FRANKFURT. Es sei zwar erwogen worden, eine Marke wie Jaguar zu kaufen, man habe diese Möglichkeit aber verworfen, sagte ein Hyundai-Manager. Er bestätigte zugleich, dass Ford den Koreanern ein informelles Angebot unterbreitet habe, Jaguar gemeinsam mit Land Rover zu übernehmen. „Jaguar hat so viele strukturelle Probleme, dass der Kauf Hyundai schwer belastet hätte“, sagte Dennis Virag, der Präsident des Beratungsunternehmens Automotive Consulting. „Die Koreaner sind furchtlos, aber sie sind auch gute Geschäftsleute.“

Ford hatte nach einem dramatischen Quartalsverlust Anfang August seine Nobelmarke Jaguar auf den Prüfstand gestellt und einen Verkauf der Marke nicht mehr ausgeschlossen. Als Berater heuerte der US-Autobauer den ehemaligen Investmentbanker Kenneth Leet an, einen Experten für Unternehmensverkäufe. Die Absage von Hyundai macht die Arbeit von Leet nun schwieriger, da dies Signalwirkung für andere Hersteller haben könnte. Ein Verkauf von Jaguar an einem Finanzinvestor werde damit wahrscheinlicher, mutmaßten Analysten.

Ford steckt mitten in einer schwierigen Restrukturierung. Dramatische Absatzverluste bei den margenstarken Geländewagen und Pickups in den USA, ein sinkender Gewinn bei den Finanztöchtern und die Kosten für die Restrukturierung des Nordamerikageschäfts hatten Ford im zweiten Quartal mit einem dreistelligen Millionenverlust belastet. Ford-Konzernchef Bill Ford hatte daraufhin eine Verschärfung des Sanierungsprogramms in den USA versprochen.

Vier Wochen nach dieser Ankündigung zeichnen sich nun erste Konturen des neuen Sparpakets ab. Nach Informationen von US-Medien will Ford geplante Fabrikschließungen beschleunigen und mehr Stellen streichen als zunächst geplant. Ford wolle die Gehaltskosten in den USA um weitere zehn bis dreißig Prozent reduzieren und ziehe zudem die Ankündigung weiterer Werksaufgaben in Erwägung, berichtete das „Wall Street Journal“. Als erstes Signal verkündete Ford am Freitag eine drastische Senkung der US-Produktion im vierten Quartal um 21 Prozent – die stärkste Kürzung seit mehr als zwanzig Jahren. Laut Analysten wird dies mindestens zehn Werke treffen und Ford 1,4 Mrd. Dollar kosten. „Wir wissen, dass diese Entscheidung eine dramatische Auswirkung auf unsere Mitarbeiter und Zulieferer haben wird“, sagte Firmen-Chef Ford. Es sei aber das richtige Zeichen, um den Sanierungskurs zu beschleunigen.

Ford konnte damit die Ratingagentur Fitch nicht überzeugen: Die Experten stuften nach Ankündigung der Produktionssenkung das bereits auf Ramschstatus befindliche Kreditrating von Ford erneut herab.

Der bisherige Ford-Sanierungsplan sah den Abbau von 30 000 Stellen und die Schließung von insgesamt 14 Werken bis 2012 vor. Das neue Sparprogramm soll am 14. September im Verwaltungsrat des Konzerns vorgelegt werden und eine Woche später veröffentlicht werden, heiß es in Unternehmenskreisen.

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