Autobranche
Hyundai marschiert – Jaguar strauchelt

Unterschiedlicher könnten die Bilder in der Autobranche nicht sein: Während der südkoreanische Hersteller Hyundai von Triumph zu Triumph eilt und seine Produktion in Europa weiter hochfährt, muss Jaguar/Land Rover ein Werk ganz dicht machen.

HB NOSOVICE/LONDON. Der südkoreanische Autobauer Hyundai will die Produktion im europäisches Stammwerk im tschechischen Nosovice ausbauen. Noch in diesem Jahr sollen dort auch Modelle der Tochterfirma Kia produziert werden, sagte der Vize-Europa-Chef von Hyundai, Allan Rushforth, zur offiziellen Eröffnung der Automobilfabrik am Donnerstag.

Hyundai hatte 2005 beschlossen, die für den EU-Markt bestimmte Produktion in Mähren anzusiedeln. Seit November 2008 ist das Werk bereits in Betrieb. Die Eröffnungsfeier war wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise verschoben worden. Aktuell sind rund 2000 Menschen bei Hyundai Nosovice beschäftigt, die in den vergangenen elf Monaten 80 000 Autos produzierten. Die Fabrik hat derzeit eine jährliche Kapazität von 200 000 Wagen. "Nosovice soll eine wichtige Rolle spielen, um unsere globalen Ziele zu realisieren", sagte Euisun Chung, Vize-Vorsitzender von Hyundai Motor.

Ab 2011 wolle man dort jährlich 300 000 Autos herstellen, hieß es am Donnerstag. Dabei sollen 1500 neue Arbeitsplätze direkt bei Hyundai entstehen, die Zahl der bei Zulieferern und Serviceunternehmen Beschäftigten könne von derzeit 4000 auf 7500 steigen.

Das Unternehmen profitierte in Europa zuletzt von der Abwrackprämie, die i30-Serie von Kia konkurriert etwa mit dem VW Golf und dem Opel Astra. Deutschland ist dabei laut Firmenangaben der wichtigste Markt in Europa. Nahe Rüsselsheim unterhält Hyundai sein europäisches Entwicklungszentrum. Die Hyundai Kia Automotive Group gilt als weltweit fünftgrößter Autobauer und verkaufte nach eigenen Angaben 2008 rund 2,8 Mio. Fahrzeuge.

Mit ganzen anderen Nachrichten muss der kriselnde Luxusautobauer Jaguar Land Rover schließt in England ein Werk. Nach 2014 solle entweder der Standort Castle Bromwich in Birmingham oder im nahen Solihull dicht gemacht werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag der Belegschaft mit. Es würden kurzfristig jedoch keine Jobs gestrichen. Im Werk Halewood, in dem der neue Range Rover LRX gebaut werden soll, würden 800 Jobs geschaffen. Die Entscheidung, welches Werk wegfalle, solle im kommenden Jahr getroffen werden.

In Solihull arbeiten 5000 Menschen, in Castle Bromwich 2000. Jaguar Land Rover, das zum indischen Tata-Konzern gehört, war in der Branchenkrise wie viele Autobauer in Schwierigkeiten geraten. Es waren auch immer wieder mögliche Staatshilfen im Gespräch. Tata hatte jedoch zuletzt mitgeteilt, mit privater Unterstützung aus der Krise zu kommen.

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