Autobranche in der Krise
Kleine Zulieferer geraten in Abwärtsstrudel

Die Absatzkrise in der Autobranche wird vielen kleinen Zuliefererkonzernen langsam zum Verhängnis. Rund ein Viertel der Betriebe steht vor dem Aus. Dafür tragen auch die ständig Druck ausübenden Autobauer Verantwortung.
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MünchenWegen der ausufernden Autokrise in Europa steht vielen großen Pkw-Bauern das Wasser bis zum Hals. Manch kleinem Lieferanten dürfte sie nach Ansicht von Experten sogar das Leben kosten. „Wir rechnen damit, dass bei einer längeren Krise bis zu 25 Prozent der Zulieferer in Südeuropa ausscheiden werden", sagt Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen.

Besser steht da, wer global aufgestellt ist oder zumindest als Kunden solche Autokonzerne hat, die viel exportieren. Denn Zuwächse in den USA und China gleichen derzeit bei vielen Pkw-Bauern Rückgänge in Europa aus. International agierende Lieferanten wie Valeo oder Faurecia lassen so die Krise weitgehend an sich abtropfen, und auch deutsche Konzerne wie Continental oder Grammer sind fein raus.

„Lange Zeit galt: Die Zulieferer sind eher in der Krise als die Autohersteller", sagt Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. „Das gilt so nicht mehr." Heute hänge es eher von der Aufstellung der Lieferanten, von Zahl und Struktur ihrer Kunden und von ihrer Innovationskraft ab, wie gut sie Rückschläge in einer Region wegstecken könnten.

Von der aktuellen Absatzkrise in Europa - die Verkaufszahlen sind hier seit knapp einem Dreivierteljahr auf Talfahrt - sind laut Dudenhöffer vom CAR-Institut vor allem mittelständische Unternehmen in den Ländern Frankreich, Italien und Spanien betroffen, welche die besonders leidenden Hersteller Peugeot, Renault und Fiat beliefern. „Während international tätige Zulieferer wie Valeo und Faurecia relativ gut durch die Krise gehen und beide im ersten Halbjahr 2012 ihren weltweiten Umsatz um mehr als zwölf Prozent steigern konnten, haben es die Mittelständler in den Südländern schwer."

Ein großes Risiko bestehe für Lieferanten aus der zweiten und dritten Reihe, assistiert John Leech, Autoexperte bei der Unternehmensberatung KPMG und verweist auf Firmen in Frankreich, „die niemals wirklich weit über ihre Grenzen hinaus expandiert haben". Diese kleinen Betriebe seien zudem abhängiger von Banken, die wiederum für die Kreditvergabe schärfere Regeln geltend machten.

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  • Eine bessere Recherche würde ich schon von von den Redakteuren des "Handelsblatt" erwarten. Vor allem könnten Sie auf die sogenannten Experten-Meinungen wie z. B. von Herrn Duddenhöfer verzichten. Die Deutschen Fabrikate schaffen es nur mit starken Subventionen und Händlerzulassungen ihre Marktanteile zu schönen. Ich bin gespannt, wen diese Hersteller wieder Wertberichtigungen für Ihre stark bezuschussten Leasingfahrzeuge vornehmen müssen. Das die ausländischen Hersteller viel schlechter dastehen bezweifle ich z. B. Fiat schreibt mit seiner Beteiligung an Chrysler weiterhin Gewinne und ist außerdem auf dem Brasilianischen Markt sehr gut vertreten. Ebenso GM ist mit der Marke Chevrolet sehr gut weltweit unterwegs und kann somit das schlechte Opel-Geschäft ausgleichen.

  • Der Trend ist klar:

    Große Autobauer verlagern die "Systemrisiken" wie "Komponentenbau" bzw. "Entwicklungskosten" auf die Zulieferung (Verringerung der Produktionstiefe, Baukastensysteme für mehre Modelle). Um so kleiner die Zulieferer - ohne Ansprucha auf Komponentenpartnerschaft - desto mehr kommen diese Partner in die Kostenfalle (ausgenommen: "einzigartige Spezialisten"). Im Boom wird durch die Steigerung der Produktionszahlen dieser Trend noch ausgeglichen, in rückläufigen Märkten wird es für diese Autozulieferer immer schwieriger sich zu behaupten.

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