Autobranche
Isuzu dementiert Einstieg von VW

Gestern hieß es, Volkswagen überlege, beim japanischen Nutzfahrzeugbauer Isuzu einzusteigen, um Schwächen auf dem dortigen Markt auszugleichen. Dem Affront gegen Toyota schiebt Isuzu jetzt einen Riegel vor.
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WolfsburgDer japanische Nutzfahrzeughersteller Isuzu hat einen Bericht über einen möglichen Einstieg von Volkswagen dementiert. Der Bericht sei unwahr, erklärte das Unternehmen.

Das „Manager Magazin“ hatte am Mittwoch gemeldet, VW erwäge eine Teil- oder Komplettübernahme des japanischen Autobauers. Auch eine mögliche Beteiligung des Münchener Lastwagenbauers MAN an Isuzu sei bereits diskutiert worden.

VW dementierte die Meldung am Mittwoch nicht, ein Sprecher sagte nur sybillinisch, "derzeit" stehe ein Einstieg "nicht zur Entscheidung" an. MAN wollte sich nicht äußern. Europas größter Autokonzern ist maßgeblich an MAN beteiligt und plant zusammen mit seiner schwedischen Nutzfahrzeugtochter Scania eine Lkw-Allianz. Das Vorhaben kommt allerdings nicht voran. Laut Magazin soll der im VW-Vorstand für Lkw zuständige Jochem Heizmann bereits zu Gesprächen im Isuzu-Hauptquartier in Tokio gewesen sein und sich Werke des Herstellers angesehen haben.

An der Börse wurde die Meldung am Mittwoch positiv aufgenommen. VW-Aktien gewannen 2,7 Prozent auf 111,60 Euro.

Die Brisanz der Meldung liegt in den Auswirkungen auf den Markt: Eine Kooperation von VW und Isuzu wäre ein direkter Angriff auf den schärfsten Konkurrenten Toyota. Denn Toyota hält bereits sechs Prozent an Isuzu.

Dass die Wolfsburger keinen Halt mehr machen vor Toyotas Machtbasis in Japan haben sie bereits dokumentiert. So haben sie bereits Ende 2009 gut 20 Prozent an Toyotas einheimischem Konkurrenten Suzuki gekauft.

Das Interesse an Isuzu hat einen handfesten Hintergrund: Volkswagen ist zwar stark bei Pkw in China, aber dort wie auch in Südostasien schwach bei günstigen Nutzfahrzeugen. In guten Jahren verkaufte Toyota in diesem Segment mehr als zwei Millionen Fahrzeuge mehr als der Wolfsburger Rivale, der Toyota bis 2018 einholen will. Die Schwäche bei preiswerten Nutzfahrzeugen und das Wachstumspotenzial in Südostasien haben die VW-Manager erkannt und suchen nach Lösungen. Isuzu könnte da helfen. Allerdings sind die Erfahrungen mit Kooperationspartner Suzuki ernüchternd. Beide Seiten beklagen kulturelle Differenzen. Die Konsequenz: Die Zusammenarbeit zeigt noch keine Früchte.

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  • Ein Schlitzohr vor dem Herren unser Ferdi !!!

  • Piechs braucht das Land, aber keine Guttenbergs und Mehrins und Schröders und...

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