Autobranche
Kooperation von BMW und Fiat gescheitert

Die Autobauer in aller Welt schauen sich in diesen Krisenzeiten nach Kooperationspartnern um. Zumindest eine geplante Zusammenarbeit ist nun vom Tisch: BMW und Fiat werden nicht mit ihren Konzerntöchtern Mini und Alfa Romeo kooperieren. Die Bayern müssen jetzt um neue Partner für ihre Kleinwagen kämpfen.

MÜNCHEN/MAILAND. BMW und Fiat fahren wieder getrennte Wege. Die beiden Autokonzerne würden ihre Gespräche über eine vertiefte Zusammenarbeit nicht mehr fortführen, hieß es am Mittwoch übereinstimmend aus Branchenkreisen. Geplant war eine Kooperation zwischen den Konzernmarken Mini und Alfa Romeo. „Für eine gemeinsame Zukunft reicht es nicht“, heißt es aus dem Umfeld der Unternehmen. Offiziell geben sich die Zentralen in München und Turin bedeckt. „Die Gespräche laufen noch“, teilten BMW und Fiat mit.

Die beiden Unternehmen hatten im vergangenen Juli eine Absichtserklärung für eine Kooperation unterzeichnet. In den Gesprächen sollte ausgelotet werden, ob die Konzerntöchter Mini und Alfa Romeo eine gemeinsame Plattform nutzen können. Durch die gemeinsame Entwicklung und Produktion von Achsen oder Antriebssträngen hätten sich mehrere Hundert Millionen Euro sparen lassen. „Das ist jetzt vom Tisch“, heißt es aus Verhandlungskreisen. Allenfalls eine kleine Einkaufsgemeinschaft für nicht sichtbare Teile sei noch denkbar.

Ursprünglich wollten BMW und Fiat bis Ende 2008 Ergebnisse vorlegen, doch die Verhandlungen blieben zäh. Während die Deutschen die Gespräche auf Mini und Alfa beschränken wollten, schwebte den Italienern sogar eine Überkreuzbeteiligung der Konzernmütter BMW und Fiat vor. Als Fiat Mitte Januar bekanntgab, 35 Prozent von Chrysler übernehmen zu wollen, fühlten sich die Münchener düpiert. Fiat-Chef Sergio Marchionne erklärte auch noch, dass nur die Verbindung mit einem anderen Massenhersteller sinnvoll sei.

Die Deutschen fürchteten hingegen, das Image ihrer Premiummarken BMW und Mini könnte in einer Kooperation Schaden nehmen. Unter der Hand wurden immer wieder die „Kulturunterschiede“ zwischen BMW und dem Massenhersteller Fiat betont. Gespräche mit dem Erzrivalen Daimler seien da einfacher, heißt es in München. BMW und Daimler betreiben seit rund einem Jahr eine Einkaufskooperation und entwickeln gemeinsam Komponenten für Hybridmotoren.

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