Autobranche
Lkw-Bauer fordern Mautnachlass

Kurz vor Beginn der Koalitionsverhandlungen in Berlin fordert der Lastwagenbauer MAN von der Politik finanzielle Erleichterungen für Spediteure. MAN macht sich dafür stark, dass die Mautgebühren für Autobahnen gesenkt werden sollen. Grund: Die Logistikbranche steckt in der Krise - genau wie die Lkw-Bauer.

hz/fas/dc/oli FRANKFURT/MÜNCHEN/BERLIN. Wenige Tage nach der Bundestagswahl hat mit MAN einer der führenden deutschen Lkw-Hersteller von der Politik finanzielle Erleichterungen für die Spediteure gefordert. "Besser als mit einer Abwrackprämie auf Lkw wäre unseren Kunden geholfen, wenn die Politik die Mautgebühren für Autobahnen ändern würde", sagte MAN-Finanzchef Karlheinz Hornung dem Handelsblatt.

Die einflussreiche Automobilindustrie legt damit noch vor Antritt der neuen schwarz-gelben Koalition in Berlin einen ersten konkreten Wunsch nach staatlicher Unterstützung für die schwächelnde Lkw-Branche vor. Diese kämpft derzeit mit Absatzeinbrüchen von mehr als 50 Prozent und leidet unter der Krise noch stärker als die Pkw-Hersteller, denen die Regierung mit der Abwrackprämie unter die Arme gegriffen hat. Für die Fuhrunternehmen stieg dagegen Anfang des Jahres die Lkw-Maut noch einmal deutlich. Auch Daimler-Nutzfahrzeugchef Andreas Renschler hat sich jüngst dafür ausgesprochen, Spediteuren Mautnachlässe zu gewähren, wenn diese beispielsweise in mehr Sicherheitstechnologie investierten.

Die Lkw-Hersteller unterstützen damit die Forderungen der Speditionen, die seit Monaten gegen die im Januar erfolgte Mauterhöhung Sturm laufen. So spricht der Bundesverband Güterverkehr und Logistik von einer "katastrophalen Lage" im Transportgewerbe.

Neben der Mauterhöhung, die mit sechs bis acht Prozent zu Buche schlägt, kämpfen die Spediteure mit 20 Prozent niedrigeren Preisen und Auftragszahlen. Die gestaffelte Mauterhöhung führt zudem zu einer Abwertung der Restwerte in den Lkw-Flotten, da ältere Lastwagen mit der Schadstoffklasse 3 weder wirtschaftlich zu betreiben noch zu verkaufen sind. Mit einem abgewerteten Fuhrpark aber gibt es keine Kredite für neue Lkw.

Die Lkw-Hersteller sehen für die nächsten Monate weiter schwarz. MAN-Manager Hornung rechnet nur mit einer "ganz allmählichen Erholung" in der Nutzfahrzeugbranche. Nach wie vor hat der Konzern 12 000 Beschäftigte in Deutschland in Kurzarbeit, für das zweite Halbjahr rechnet MAN mit 50 bis 60 sogenannten Schließtagen. Dann geht in den wichtigsten Fertigungen in München, Nürnberg und Salzgitter nichts mehr.

Daimler und MAN setzen in den kommenden Monaten vor allem auf eine Belebung in den Schwellenländern. Daimler hat bereits angekündigt, die Produktion in Brasilien wieder hochzufahren. Auch MAN hilft eine Belebung in Südamerika: Die Münchener haben im Januar die brasilianische Trucktochter von VW übernommen. "Dort ist die Nachfrage nur zwischen 15 und 20 Prozent eingebrochen", sagte der MAN-Finanzchef. Gerechnet habe MAN mit minus 40 Prozent. Die MAN-Lkw-Sparte schließt in diesem Jahr einen Verlust nicht aus.

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