Autobranche
Magna will die Mehrheit an Opel

Im Bieterstreit um Opel sucht der Zulieferkonzern Magna den Showdown: Das Konsortium um den kanadisch-österreichischen Auftragsfertiger strebt nach dem Konkurrenten Fiat nun ebenfalls eine Mehrheit am Autobauer Opel an. Das erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmens- und Regierungskreisen. Das neue Konzept soll möglicherweise bereits diese Woche in Berlin vorgelegt werden.

FRANKFURT/BERLIN. Bisher hatte Magna, das selbst weiterhin weniger als 20 Prozent übernehmen will, sich gemeinsam mit der russischen Sberbank nur einen Anteil von bis zu 50 Prozent zum Ziel gesetzt. Nun peilt die staatlich kontrollierte Bank an, ihren bislang vorgesehenen Anteil von rund 30 Prozent an der neuen Opel-Gesellschaft aufzustocken, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen.

In Regierungskreisen hieß es indes einschränkend, die "Halbwertszeit" von Vorschlägen diverser Investoren "sei nicht besonders hoch". Noch sei der neue Plan nicht endgültig fixiert, hieß es auch in Unternehmenskreisen. Sprecher von Opel und Magna wollten die Informationen nicht kommentieren. Die Sberbank äußerst sich bislang überhaupt nicht zu dem Thema.

Nach Informationen aus Unternehmenskreisen sind im neuen Magna-Konzept weitere zehn Prozent zusammen für die Opel-Belegschaft und die Händler, die ihren Beitrag Ende der Woche auf einem Treffen in Wien besiegeln wollen, vorgesehen. GM bliebe an der neuen Gesellschaft eine Beteiligung zwischen 35 bis 40 Prozent - und damit deutlich mehr, als Fiat bisher den Amerikanern einräumen will.

Auch die Bundesregierung drückt bei der Investorensuche aufs Tempo. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg äußerte nach einem Treffen mit Opel-Arbeitnehmervertretern gestern in Berlin die Erwartung, dass potenzielle Investoren jetzt "sehr zügig" konkrete, nachprüfbare Konzepte vorlegen sollten. Der Minister habe zugesagt, dass es noch keine Vorfestlegung auf einen bestimmten Investor gegeben habe, sagte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz nach dem Treffen.

Bisher hatte der Fiat-Konkurrent in Berlin nur ein Grobkonzept abgeliefert. Der Zulieferer setzt bei seinem Opel-Rettungsplan neben der Sberbank auch auf den russischen Autobauer GAZ, der an der Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit Magna und Opel interessiert ist, wie GAZ gestern mitteilte. GAZ hatte bereits vergangene Woche sein Interesse an Opel dem Handelsblatt bestätigt.

Fiat, Magna, die Russen und Angela Merkel

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