Autobranche
Öko-Milliarden für US-Autoindustrie

Das amerikanische Energieministerium hat offensichtlich Milliardenkredite für die Förderung umweltfreundlicher Technologien gebilligt. Nutznießer: die Autobauer Ford, Tesla und Nissan. Die drei Unternehmen können jetzt ehrgeizige Pläne in Angriff nehmen, die die US-Autoindustrie verändern könnten.

HB DÜSSELDORF. Es geht um Umweltschutz, neue Spitzentechnologien, den Eintritt in ein grünes Zeitalter - letztlich aber vor allem um die Zukunft der Autoindustrie in Amerika. Mit 25 Mrd. Dollar an Krediten will das amerikanische Energieministerium umweltfreundliche Technologien fördern. Und es sieht ganz danach aus, als ob zumindest Ford, Tesla und Nissan Grund zum Jubeln hätten. Denn laut einem Bericht der "Detroit News" und des "Wall Street Journals" (WSJ) wird Energieminister Steven Chu heute bekannt geben, dass er die von den drei beantragten Fördermittel bewilligt hat - und dabei geht es keineswegs um Kleckerbeträge.

Alleine Ford hat alles in allem elf Mrd. Dollar für die kommenden sieben Jahre beantragt, davon fünf Milliarden bis 2011. Mit diesem Geld will die Nummer zwei der US-Autobauer vor allem die Produktion seiner Werke umstellen - weg von den Autos der Vergangenheit, also großen SUVs und Pick-ups, hin zu denen der Zukunft, in Europa entwickelten Kleinwagen. Daneben will Ford mit den Krediten die Entwicklung moderner, Sprit sparender Motoren finanzieren.

Das ist auch genau das Ziel des Förderprogramms, mit dessen Krediten die Autoindustrie Fahrzeuge auf die Straße bringen soll, die 25 Prozent weniger Sprit verbrauchen als Autos aus dem Jahre 2005. Wie das WSJ berichtet, sollen sich mehr als 100 Firmen um die Kredite bemüht haben. Der Fonds war eigentlich bereits 2007 vom US-Kongress beschlossen worden, aber erst im Herbst vergangenen Jahres auf den Weg gebracht worden als die US-Autoindustrie in die tiefste Krise in ihrer Geschichte gerutscht war.

Für Tesla sind die Fördermittel nicht minder wichtig. Ganz im Gegenteil. Der Elektro-Auto-Pionier hat 350 Millionen Dollar beantragt, um ein Werk für die Produktion seiner neuen Elektro-Limousine Model S aufzubauen. Mit weiteren 100 Millionen Dollar möchte Tesla ein Motorenwerk einrichten. Sollte Tesla die gewünschten Kredite bekommen, wonach es aussieht, dann könnte dies für die Firma ein großer Schritt hin zum Durchbruch sein, zur Etablierung eines neuen Autoherstellers.

Danach hatte es noch Anfang dieses Jahres nicht ausgesehen, als Tesla nach Medienberichten finanziell kurz vor dem Aus stand - bevor dem Unternehmen mit dem Einstieg durch den deutschen Autobauer Daimler wiederum ein Befreiungsschlag gelang. Nun teilte Tesla-Chef Elon Musk gar mit, dass die Firma bereits im kommenden Monat die Gewinnzone erreichen werde.

Nissan wiederum soll beim US-Energieministerium mehr als eine Mrd. Dollar für die Fertigung von Elektroautos und den dazu benötigten Batterien beantragt haben. Noch vor dem anstehenden Auftritt von Energieminister Chu hatte Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn bereits gestern nach der Hauptversammlung bekannt gegeben, dass Nissan im amerikanischen Werk im Bundesstaat Tennessee Elektroautos produzieren will. In zwei bis drei Jahren sollen dort mehr als 100 000 Stromer vom Band laufen.

Auch General Motors und Chrysler haben sich um Öko-Kredite bemüht - GM vor allem mit Blick auf die Produktion und Markteinführung des Elektroautos Volt, dem großen Hoffnungsbringer des Konzerns. Die "Detroit News berichtet allerdings, dass GM und Chrysler nicht berücksichtigt werden.

Solange GM allerdings noch im Insolvenzverfahren steckt, können beide Unternehmen keine Fördermittel aus dem Topf des Energieministeriums erhalten. General Motors strebt insgesamt rund zehn Milliarden Dollar an Öko-Krediten an. Chrysler wiederum hat im März acht Milliarden Dollar beantragt. Die "Detroit News" berichtet unter Berufung auf gut informierte Kreise, dass Chrysler 6,4 Milliarden Dollar erhalten wird - allerdings nicht mehr in dieser Woche.

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