Autobranche
„Ohne Bürgschaft geht Opel pleite“

Der Autobauer Opel steht vor der Insolvenz und muss mit staatlichen Bürgschaften unterstützt werden. Das ist die Meinung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer von B&D Forecast.

Wie schlimm steht es um Opel?

Ohne eine staatliche Bürgschaft ist eine Insolvenz von Opel nicht zu vermeiden. Denn geben die Banken kein Geld mehr und Opel kann seine Mitarbeiter nicht mehr bezahlen. Bundeskanzlerin Angela Merkel muss sich jetzt endlich des Themas annehmen, sonst droht ein fast unermäßlicher Flurschaden fur Deutschland.

Welche Folgen hätte der Kollaps von General Motors für das Europageschäft mit Opel?

Es gibt zwei Möglichkeiten. Der Konkurs von GM könnte auf Amerika beschränkt bleiben, dann kann Opel weiter arbeiten, allerdings würde dies sehr schwer werden angesichts der massiven Verluste, die derzeit im Europageschäft eingefahren werden. Sollte das Insolvenzverfahren weltweit anstehen, wäre dies natürlich für Opel eine Katastrophe.

Welche Perspektiven hat Opel noch?

Opel hat zwei Chancen. Eine Möglichkeit besteht darin, dass Opel an einen finanzkräftigeren Interessenten verkauft wird. Die andere Chance ist, dass die neue US-Regierung ein Rettungsprogramm für die US-Autobauer auflegt. Wenn das gemacht wird, kann man aber davon ausgehen, dass harte Anforderungen von amerikanischer Seite gestellt werden, die Opel und GM völlig umkrempeln werden.

Mit welchen Einschnitten rechnen Sie?

GM Europa wird komplett umstrukturiert werden müssen. Das US-Programm wird darauf hinauslaufen möglichst viele Jobs in Amerika zu retten, weshalb in Europa Fabriken auf dem Spiel stehen werden - aber auch Marken. Braucht GM noch Saab? Müssen die Kapazitäten nicht deutlich herunter gefahren werden und mehr Joint-ventures mit anderen Autobauern eingegangen werden? So wie bisher wird Opel jedenfalls keine Zukunft haben.

Für wie wahrscheinlich halten Sie einen Verkauf der Marke mit dem Blitz?

Dafür sehe ich nur geringe Chancen. Opel war in der Vergangenheit immer wieder in der Verlustzone und hat große Sanierungsprogramme gemacht und trotzdem ist das Europageschäft im dritten Quartal wieder tief in die roten Zahlen gerutscht. Das vierte Quartal und das nächste Jahr dürften noch viel schwieriger werden. Also, mitten in der Autokrise einen Käufer zu finden, das wird sehr, sehr schwer sein.

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