Autobranche
Opel-Betriebsrat lehnt neue RHJ-Offerte ab

Der Wettlauf um Opel ist inzwischen vor allem ein Wettlauf um das Nachbesser der Konzepte. RHJ International hatte seine Offerte erneut optmiert. Aber Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz spricht sich immr noch dagegen aus. Nun muss RHJ vermutlich seine "Milchmädchen-Rechnung" noch einmal optimieren.

BERLIN/FRANKFURT. Im Bieterwettbewerb um Opel hat der Finanzinvestors RHJ International auch mit einem deutlich nachgebesserten Angebot die Vorbehalte gegen seine Offerte noch nicht zerstreut. „Wenn RHJ International seine Ansprüche auf Staatshilfen nun drastisch senkt, geht das nur, wenn der Finanzinvestor auf Investitionen und Projekte für Opel verzichtet“, sagte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz dem Handelsblatt. „Geiz ist zwar geil, aber so setzt RHJ wahrscheinlich die langfristigen Perspektiven des Autobauers aufs Spiel.“ Der Finanzinvestor dementiert solche Pläne. „Wir verpflichten uns, langfristig zu investieren“, sagte ein RHJ-Sprecher in Brüssel.

Die IG Metall überzeugt dies allerdings nicht. „RHJ muss begreifen und akzeptieren, dass der Versuch öffentlichen Druck aufzubauen kontraproduktiv für die vorgeblichen Interessen von RHJ selbst ist“, sagte Opel-Aufsichtsrat und IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild dem Handelsblatt. Im Kampf um Opel ist der Finanzinvestors RHJ International damit auch mit seinem deutlich nachgebesserten Angebot bei den Arbeitnehmervertretern abgeblitzt.

Die Bundesregierung registrierte die Ankündigung von RHJ dagegen mit Interesse. „Die Höhe der staatlichen Kredithilfen spielt in der Gesamtbewertung der Konzepte natürlich eine wichtige Rolle“, hieß es in Regierungskreisen. Gleichzeitig müsse man aber prüfen, wie hoch die Risiken für eine Inanspruchnahme der Staatsmittel sind. „Billiger ist nicht notwendiger Weise auch besser“, hieß es weiter. Regierungskreisen betonten zudem, dass der Bund eine Grundentscheidung für Magna getroffen habe. Für den Wechsel des favorisierten Investors müssten deshalb schwerwiegende Gründe vorliegen.

Die Beteiligungsgesellschaft RHJ plant nach Informationen des Handelsblatts aus Regierungs- und Finanzkreisen ihr Angebot noch einmal kräftig nachzubessern. RHJ wolle auf jeden Fall mit weniger als drei Mrd. Euro Staatshilfe auskommen, hieß es. Der Finanzinvestor beansprucht damit rund 1,5 Mrd. Euro weniger staatliche Garantien als der von Bund und Ländern favorisierte Konkurrent Magna. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Dienstag so klar wie noch nie sich für einen Zuschlag für Magna ausgesprochen.

Franz kritisierte, das neue Angebot von RHJ sei ein „Zahlenspiel“ und eine „Milchmädchen-Rechnung“. „Es geht doch nicht um eine Schnäppchenpreis-Diskussion für Opel, sondern um die langfristigen Aussichten des Herstellers“, betonte Franz, der weiter Magna als neuen Opel-Eigner bevorzugt. Auch die IG Metall bleibt bei ihrer Präferenz für Magna. „Ungeachtet der aktuellen Modifikation des RHJ Konzeptes enthält dieses Konzept weiterhin eine ganze Serie weiterer qualitativer und quantitativer Elemente, die eine Zustimmung der IG Metall definitiv nicht zulassen“, sagte Schild.

Nach dem Willen des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) soll eine endgültige Festlegung auf einen Bieter noch vor der Bundestagswahl Ende September erfolgen. GM-Verhandlungsführer John Smith sprach am Rande einer GM-Veranstaltung in Detroit davon, dass eine verbindliche Vereinbarung bis Ende August erzielt werden könnte. Ein Abschluss vor der Bundestagswahl im September sei wahrscheinlich, betonte Smith.

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