Autobranche
Opel-Bieter Magna tief in den roten Zahlen

Eigenwerbung vor der wichtigen Verhandlungsrunde sieht anders aus: Wenn Magna-Chef Wolf heute in Detroit mit GM-Chef Henderson über Opel spricht, kann er nicht behaupten, dass sein Unternehmen derzeit profitabel sei. Magna hat im ersten Halbjahr tiefrote Zahlen geschrieben. Derweil gibt es zahlreiche interessante Gerüchte um die Opel-Lösung.

HB FRANKFURT. Der Opel-Bieter Magna ist im ersten Halbjahr aufgrund der schwächelnden Autoindustrie tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Zulieferer verbuchte von Januar bis Juni einen Verlust von 405 Mio. Dollar nach einem Gewinn von 434 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Der Umsatz schrumpfte um 45 Prozent auf 7,3 Mrd. Dollar. Magna macht einen großen Teil des Geschäfts mit kränkelnden Autoriesen wie GM sowie Chrysler und bekam den Abschwung auf den weltweiten Automärkten zu spüren. Die Produktion am wichtigen nordamerikanischen Markt sei im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres um die Hälfte eingebrochen, in Europa hätten die Hersteller gut ein Drittel weniger Wagen gefertigt.

Magna will gemeinsam mit der russischen Sberbank 55 Prozent an Opel übernehmen. Auch wenn das Konsortium in dem Bieterrennen den Konkurrenten RHJ abhänge, gebe es derzeit keine Gewissheit, dass der Deal tatsächlich zustande komme, teilte Magna mit. Vor einer Transaktion müssten Beschlüsse endgültig ausgearbeitet werden. Zudem hänge eine erfolgreiche Übernahme auch von einer mit Staatsgarantien verbürgten Finanzierung ab. Sollte Magna zum Zug kommen, werde der Konzern mit entsprechenden „Firewalls“ dafür sorgen, dass Opel unabhängig vom derzeitigen Geschäft arbeite. Mehrere große Autohersteller hatten bereits moniert, dass Magna mit der Übernahme von Opel seinen eigenen Kunden Konkurrenz mache.

Magna will gemeinsam mit Sberbank 500 Mio. Euro an Eigenkapital in Opel investieren und setzt auf 4,5 Mrd. Euro Staatshilfen. Dabei mangelt es dem Konzern nicht an Geldreserven. Diese sind im ersten Halbjahr zwar um eine Milliarde Dollar abgeschmolzen, beliefen sich Ende Juni aber immer noch auf 1,7 Mrd. Dollar. Zudem könne Magna auf 1,6 Mrd. Dollar an Krediten zurückgreifen, hieß es in der Mitteilung.

Derweil gibt es einige neue Gerüchte und um den Verkauf von Opel: Die amerikanische Regierung hat General Motors (GM) offenbar angewiesen, keinen Vertrag über einen Einstieg des österreichischen Investors bei Opel zu unterzeichnen, solange russische Unternehmen einen umfassenden Zugriff auf GM-Patente bekommen. Das berichtet die „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf amerikanische Verhandlungskreise.

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