Autobranche
„Opel braucht positive Nachrichten“

General Motors ist offenbar bereit, unter bestimmten Umständen Opel an einen Investor zu verschenken. Armin Schild, IG-Metall-Bezirksleiter in Frankfurt und Opel-Aufsichtsrat, sieht das positiv. So steigen die Chancen, einen Investor zu finden.

Herr Schild, GM spricht davon, dass bereits im Mai die Verhandlungen mit den möglichen Opel-Investoren abgeschlossen werden könnten. Teilen Sie diese Zuversicht?

Ich hoffe, für die Marke und für die Menschen bei Opel, dass diese Zuversicht sich als begründet erweist. Ungeachtet von der aktuell erfreulichen Entwicklung der Liquidität muss das Unternehmen mit Positivnachrichten aufwarten.

Es sind nach Angaben des GM-Mutterkonzerns mehr als sechs Interessenten. Könnten Sie mit allen aus diesem Kreis leben oder müssen noch weitere Gespräche, insbesondere mit den Finanzinvestoren geführt werden?

Wir haben uns nicht an der Verbreitung von Gerüchten über potenzielle Investoren beteiligt sondern unsere Kriterien an mögliche Investoren genannt. Für den Fall, dass Investoren die Unterstützung der IG Metall wünschen, z.B. durch tarifvertragliche Maßnahmen, werden wir diese Kriterien anwenden.

GM ist angeblich bereit, Opel zu verschenken, wenn der neue Investor im Gegenzug mindestens 500 Mio. Euro Kapital in die neue Gesellschaft einlegt. Steigen damit die Chancen von Opel, einen Interessenten zu finden?

Das ist wohl der Fall! Insbesondere wenn es für dieses Engagement Sicherheiten von Dritten geben würde.

Wie realistisch halten Sie Fiat als einen möglichen Partner?

Dazu werde ich mich nicht äußern. Wie gesagt, keine Stellungnahme zu konkreten Investoren von unserer Seite, aber klare Kriterien, an denen sich alle orientieren können.

Noch immer verhandeln Arbeitnehmer und Opel-Management über ein großes Sparpaket der Belegschaft. Gehen Sie davon aus, dass in dieser Frage ebenfalls bis Mai eine Einigung erzielt wird?

Wir werden dann eine Einigung erzielen, wenn es für eine Lösung erforderlich ist, die die Zustimmung der gewerkschaftlich organisierten Opel Beschäftigten findet. Der konkrete Zeitpunkt dafür ist von Entwicklungsstand und-richtung des Opel Europa Konzeptes abhängig.

Beschleunigt die Aussicht, dass GM Ende Mai Insolvenz anmelden könnte, noch die Bemühungen um eine rasche Lösung für Opel?

Die Themen sind weiter miteinander verknüpft aber ich habe heute den Eindruck, dass eine Lösung für GM, mit oder ohne Insolvenz, nicht mehr in einer unkontrollierten Implosion enden wird. Ich denke, es wird eine Lösung (mit Schmerzen) für GM und ebenso für Opel geben. Der geradlinigen amerikanischen Politik sei Dank! Diese Klarheit hätten wir uns auch aus Berlin gewünscht.

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