Autobranche
Opel: GM lässt Magna zappeln

Im Bieterwettbewerb um Opel spielt der Mutterkonzern General Motors offenbar auf Zeit. Der russische Partner des österreichisch-kanadischen Zulieferers Magna rechnet nicht mehr mit einem unmittelbar bevorstehenden Vertragsabschluss. Stattdessen bringen sich die Konkurrenten immer besser in Stellung.

hz/mbr/saf/str FRANKFURT/BERLIN. Die "nächsten zwei Wochen werden entscheidend sein, wie wir mit den Amerikanern ins Geschäft kommen", sagte der Chef der russischen Sberbank, German Gref, in Berlin. Es seien "sehr anstrengende Verhandlungen mit den Amerikanern". Bisher hatte Magna einen Abschluss am 15. Juli angepeilt.

Gref warf GM dabei Unvermögen vor. GM geriere sich "wie ein Unternehmen, das Bankrott gegangen ist und zwei Tage später schon wieder versucht, allen anderen zu erklären, wie das Geschäft läuft. Das ist nicht sehr glaubwürdig." Der Ton bei den Gesprächen wird damit rauer.

Auch die deutsche Politik sieht im Bieterprozess noch Klärungsbedarf. "Ich warne davor, das Bieterverfahren für Opel eilig für beendet zu erklären", sagte der hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) dem Handelsblatt. "Wir sehen die eine oder andere Hausaufgabe, die noch gemacht werden sollte", sagte auch Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in Berlin nach einem Treffen mit den Länder-Wirtschaftsministern. Ein Abschluss in der nächsten Woche sei ein "sehr ehrgeiziges Ziel".

Der Zeitplan für den Verkauf der deutschen Tochter von General Motors gerät damit auf den letzten Metern ins Wanken. In Verhandlungskreisen heißt es, dass GM Magna zappeln lässt, um seine Optionen mit den übrigen Interessenten weiter auszuloten. So strebe GM neben einem endgültigen Geschäftsplan mit Magna noch mindestens mit dem Finanzinvestor RHJ eine ähnliche Vereinbarung an. "Dem GM - Board sollen mindestens zwei Offerten vorgelegt werden", hieß es in Konzernkreisen. Auch dem chinesischen Opel-Interessenten BAIC bleibt damit noch Zeit, um für seine Offerte zu werben.

Ende Mai hatten sich der Zulieferer und der Opel-Mutterkonzern zwar grundsätzlich auf eine Opel-Übernahme verständigt. Aber das Papier ist rechtlich noch unverbindlich.

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