Autobranche
Opel-Konzept von RHJ kommt nicht an

Der Finanzinvestor RHJ stößt mit seinem Übernahmekonzept für Opel in den Ländern auf Ablehnung. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck bezeichnet die RHJ-Pläne gar als "Zumutung". Noch aber gibt RHJ nicht auf. Das könnte bei einem Mitkonkurrenten anders aussehen.

hz/pm/saf/str/HB FRANKFURT/BERLIN. Im Bieterwettbewerb um Opel sind zumindest zwei Interessenten auf die Zielgerade eingebogen. Neben dem Finanzinvestor RHJ International strebt nach Informationen aus Verhandlungskreisen auch der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna an, am Wochenende der Opel-Mutter GM einen unterschriftsreifen Vertrag vorzulegen. "Der Vertrag wird in den nächsten Tagen ausgehandelt sein", sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen dem Handelsblatt. Eine Magna-Aufsichtsratssitzung sei allerdings noch nicht einberufen worden.

Allerdings stößt das vom Finanzinvestor vorgestellte Konzept für einen Opel - Einstieg bei den Ländern auf Kritik: Nach dem thüringischen Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) lehnte auch der rheinland- pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) das Konzept ab. "Unsere Befürchtungen haben sich bestätigt, das ist kein akzeptables Konzept", sagte Beck nach Mitteilung der Staatskanzlei. Er bezeichnete das Papier als "Zumutung". Einzelheiten wollte Beck am Nachmittag nennen. Am Mittwoch hatte RHJ sein Übernahmeangebot im Bundeswirtschaftsministerium vorgestellt. Über die Inhalte des Gespräches war dem Vernehmen nach Stillschweigen vereinbart worden.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat außerdem Darstellungen dementiert, das Ministerium sehe im Bieterwettstreit um die GM-Tochter Opel den Finanzinvestor RHJ International mittlerweile als Favoriten. Eine Sprecherin verwies am Donnerstag auf jüngste Äußerungen von Minister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), wonach es keine Vorfestlegungen gebe. Daran habe sich nichts geändert.

Das Rennen um Opel ist indes immer mehr zum Zweikampf zwischen Magna und dem Finanzinvestor RHJ. Der ebenfalls an Opel interessierte chinesische Hersteller BAIC hinke den beiden anderen Bietern in den Verhandlungen hinterher, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen zur Nachrichtenagentur Reuters. RHJ und Magna stünden kurz vor der Vorlage eines unterschriftsreifen Vorvertrags. Bei BAIC sei dieser jedoch nicht in Sicht. "Die Dynamik bei den Chinesen hat etwas nachgelassen, die Verhandlungen mit ihnen stehen gerade nicht im Fokus", hieß es in den Kreisen. GM Europe und BAIC wollten sich dazu nicht äußern.

RHJ warb gestern im Bundeswirtschaftsministerium für sein überarbeitetes Übernahmekonzept und will nun auch noch einmal das Gespräch mit Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) suchen. Koch hatte im Interview mit dem Handelsblatt (Mittwochsausgabe) die staatliche Brückenfinanzierung für Opel infrage gestellt, sollte der Zuschlag an RHJ gehen. Ein Regierungssprecher bestätigte gestern, dass die Staatshilfen vorerst nur für eine Übernahme durch Magna gelten. Dass auch Konkurrenten in deren Genuss kämen, sei aber nicht ausgeschlossen.

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