Autobranche
Opel-Mitarbeitern drohen Gehaltskürzungen

Die Opel-Mitarbeiter in Deutschland müssen sich auf deutliche Lohneinbußen einstellen. Wegen einer geplanten Drosselung der Astra-Produktion in Europa drohten allein den Beschäftigten in Bochum Gehaltskürzungen von durchschnittlich 15 Prozent.

HB FRANKFURT. Das befüchtet Rainer Einenkel, der Betriebsratschefs des Werks, gegenüber der "Rheinischen Post". Europaweit sollen seinen Angaben zufolge im kommenden Jahr 20 bis 30 Prozent weniger Opel-Astra produziert werden. Neben Bochum baut Opel das Modell auch in Antwerpen in Belgien, Ellesmere Port in Großbritannien und Gleiwitz in Polen.

Derzeit verhandeln Opel-Management und Betriebsräte in ganz Europa über ein Zurückfahren der Kapazitäten und kürzere Arbeitszeiten. "Im Gespräch sind entweder der Wegfall der Nachtschicht in Bochum, 70 Tage Kurzarbeit im kommenden Jahr oder eine Reduktion der Wochenarbeitszeit von 35 auf 30 Stunden ohne Lohnausgleich", sagte Einenkel dem Blatt.

Einen Ausfall der Nachtschicht will der Betriebsrat jedoch verhindern, da dies einen Stellenabbau nach sich ziehen würde. Auch die befürchteten Gehaltseinbußen von 15 Prozent sollen im Rahmen der Verhandlungen abgewendet werden, sagte Einenkel.

Ein Firmensprecher wollte die Angaben nicht kommentieren. Es sei jedoch davon auszugehen, dass das Bochumer Werk durch die Produktionsdrosselung zu Jahresbeginn nicht ausgelastet sein werde. Neben der zurückgefahrenen Astra-Produktion wolle Opel auch weniger Corsa-Modelle bauen, um auf den Nachfrageeinbruch zu reagieren. "Eine Trendwende ist nicht in Sicht", sagte der Sprecher. Der Corsa wird in Eisenach und im spanischen Zaragoza gebaut.

GM-Europachef Carl-Peter Forster hatte in einem internen Brief an die Mitarbeiter bereits angekündigt, die Arbeitskosten um zehn Prozent senken zu wollen. Dies solle etwa durch eine Kürzung der Löhne und kürzere Arbeitszeiten geschehen.

Der Gesamtbetriebsratschef des Autobauers Opel, Klaus Franz, glaubt nicht an ein schnelles Ende der Krise, warnt aber vor Schwarzmalerei. Seriös lasse sich derzeit nur die Auftragslage im Januar voraussagen, sagte Franz am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa, ohne Zahlen für die Tochter des angeschlagenen US-Autokonzerns General Motors (GM) nennen zu wollen.

"Ich glaube nicht, dass wir schon wieder in der Aufstiegsphase sind." Franz warnte jedoch davor, Ängste zu schüren: "Ich halte es für absolut falsch, wenn in der jetzigen Situation von Management oder Arbeitnehmerseite spekuliert wird - das schürt die Verunsicherung noch." Er betonte: "Wir haben eine klare Zusage: Keine Entlassungen, keine Werksschließungen bis zum 31. Dezember 2010.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%