Autobranche
Opel-Rettung steuert auf Zielgerade

Im Konflikt zwischen der deutschen Politik und dem US-Autobauer General Motors (GM) um einen Investor für die ehemalige europäische Konzerntochter Opel zeichnet sich eine baldige Lösung ab. Laut Bundesregierung wird es noch diese Woche eine Empfehlung von GM für einen Opel-Käufer geben.

BERLIN/FRANKFURT. Nachdem der GM-Verwaltungsrat am Dienstag anders als erwartet keinen entsprechenden Entschluss gefasst hatte, zeigten sich Unternehmen und Bundesregierung am Abend optimistisch. Wie eine Lösung aussehen könnte, blieb aber unklar.

"Wir sind einen deutlichen Schritt vorangekommen", sagte Jochen Homann, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, nach einem Treffen der Verhandlungsgruppe aus Politik und Unternehmen. Alle Beteiligten hätten bestätigt, bis Ende der Woche miteinander klarzukommen.

Auch GM teilte mit, man rechne damit, die Prüfung der Kaufangebote bald abschließen zu können. In den gestrigen Gesprächen seien weitere Einzelheiten geklärt worden. Der Treuhand werde bald ein Vorschlag für einen Käufer unterbreitet.

Opel-Betriebsratschef Klaus Franz glaubt, dass die Chancen für Magna als neuem Opel-Eigner weiter gestiegen sind. Bund, Länder und Gewerkschaft hatten sich für den austro-kanadischen Zulieferer und seine russischen Partner als Investor ausgesprochen. GM hatte die Offerte von Magna bisher nicht als unterschriftsreif angesehen und das Angebot von Finanzinvestor RHJ International bevorzugt.

GM verzichtete nach einer Verwaltungsratssitzung auf die erwartete Festlegung auf einen Investor. Experten und Arbeitnehmervertreter warfen dem US-Konzern deswegen vor, um das Schicksal von Opel zu pokern.

Der GM-Verwaltungsrat sei auf seiner konstituierenden Sitzung über den aktuellen Stand des Opel-Verkaufsprozesses nur informiert worden, teilte das Unternehmen mit. Da die Verhandlungen mit den beiden Interessenten noch liefen, sei dem Gremium keine Empfehlung vorlegt worden.

GM-Verhandlungsführer John Smith sprach anschließend mit den Vertretern des Bundes und der betroffenen Bundesländer sowie getrennt mit Magna und RHJ. Nach Informationen aus Verhandlungskreisen ging es darum, über die noch offenen Punkte in den jeweiligen Vertragsentwürfen zu verhandeln. Dabei war offenbar das Angebot von Magna vor allem im Hinblick auf Patentfragen und die geplante Expansion nach Russland weiter umstritten. Hier gebe es mehr als zehn ungeklärte Fragen, berichteten die Verhandlungskreise weiter.

Mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen sagten dem Handelsblatt, Spitzenvertreter der Bundesregierung hätten in Gesprächen darauf gedrungen, dass der US-Konzern keine vorschnelle Entscheidung treffe und das Angebot Magnas weiter intensiv prüfe.

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