Autobranche
Opel und Porsche reizen Dubai-Investoren nicht

Das finanzstarke Emirat Abu Dhabi prüft zwar Beteiligungsmöglichkeiten in der deutschen Wirtschaft. Konkrete Pläne für ein Engagement beim Autobauer Opel oder Porsche gibt es aber nicht, wie der Wirtschaftsminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) Mohammed Bin Saeed Al Mansouri anlässlich eines Treffens mit seinem deutschen Amtskollegen Karl-Theodor zu Guttenberg sagte.

HB ABU DHABI. „Wir prüfen Investitionen rund um den Erdball, wie prüfen auch Investitionen in mögliche Gemeinschaftsunternehmen“, sagte der Wirtschaftsminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) Mohammed Bin Saeed Al Mansouri am Samstag anlässlich eines Treffens mit seinem deutschen Amtskollegen Karl-Theodor zu Guttenberg. Das gelte auch für deutsche Objekte. Anlass für Interesse an Opel sehe er derzeit keinen. Und bei Porsche „weiß ich nichts über die detaillierte Lage“. Mit Blick auf die Zukunft räumte Al Mansouri aber ein: „Alles ist möglich.“

Ähnlich äußerte sich der Minister offenbar im Gespräch mit Guttenberg, der nach dem Treffen nichts von einem konkreten Interesse von Abu Dhabi an der GM-Tochter Opel oder Porsche berichten konnte. Der CSU-Politiker betonte aber: „Er hat das Interesse an den Investitionsmöglichkeiten kundgetan.“ Im Vordergrund ständen sehr innovative, technologiekräftige Unternehmen. „Ich habe mich mit ihm über die unterschiedlichen Automobilfirmen in unserem Lande ausgetauscht, auch solche die derzeit in der Diskussion stehen“, sagte Guttenberg weiter. „Für sie (seine Gesprächspartner) ist wichtig, dass man ein belastbares Konzept hat“, beschrieb er die Position arabischer Investoren.

Konkrete Beteiligungspläne hätten seine Gesprächspartner insgesamt keine geäußert. „Aber man verfolgt die Prozesse sehr genau, und man beobachtet die Entwicklungen und, er hat auch gesagt, man schließt nichts aus“, formulierte Guttenberg.

Abu Dhabis große staatliche Investmentgesellschaft ADIA, einer der weltweit ältesten Staatfonds, verfügt nach Al Mansouris Worten über Mittel von 850 Mrd. Dollar. Sie investiere rund um den Globus, „wo immer es eine Investitionsmöglichkeit gibt, denn die Preise sind derzeit sehr günstig, sie sind erheblich niedriger als vor einem oder zwei Jahren“, sagte der VAE-Minister. „Wir richten unsere Investitionen immer nach der Stabilität, nach der langfristigen Güte aus.“ Es gehe um langfristige Partnerschaften, nicht um schnelle Gewinne. Deutschland als Investitionsstandort und deutsche Partner genössen in seinem Land einen guten Ruf. „Das ist sehr attraktiv für Investoren aus den VAE, und nicht nur die“, sagte Al Mansouri. „Wir haben volles Vertrauen in die deutsche Wirtschaft.“

Zuvor hatte Guttenberg bei der Gründung der deutsch-emiratischen Industrie- und Handelskammer um Investitionen für den Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland geworben. Mit Blick auf jüngste Beteiligungskäufe, etwa bei Daimler, sagte er an die Adresse der Gastgeber: „Ich begrüße dieses Engagement in Deutschland“. Diese Transaktionen seien in Deutschland auf eine „positive Reaktion des Willkommens“ gestoßen. Auch darüber hinaus plädierte Guttenberg wie Al Mansouri für eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Das könne beiden helfen, besser über die Krise zu kommen.

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