Autobranche
Opel-Verkauf sorgt erneut für Ärger

Opel-Eigentümer General Motors (GM) plant einem Zeitungsbericht zufolge härtere Einschnitte bei Opel, falls der Verkauf des deutschen Autobauers scheitern sollte. GM wolle den Verkaufsprozess nicht wie von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes angeregt neu aufrollen, berichtete das „Wall Street Journal“ am Montag unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen.

STUTTGART/MADRID. Die Turbulenzen um den Verkauf Opels gehen auch kurz vor der für diese Woche erwarteten Vertragsunterschrift weiter. Die Bundesregierung und der Übergangsverwalter von Opel wollen trotz der Bedenken der EU nicht am Verkauf des Rüsselsheimer Autobauers an Magna rütteln. Die Opel-Treuhand, die die Mehrheit der Anteile bis zu einem Verkauf hält, erklärte am Montag, sie sehe trotz der Bedenken aus Brüssel keinen Anlass, den Bieterprozess wiederaufzurollen.

Für Irritationen hatte ein Bericht des „Wall Street Journals“ gesorgt, nachdem der bisherige Opel-Eigner General Motors (GM) bereits an einem Plan B arbeite, falls die staatlichen Finanzmittel von 4,5 Mrd. Euro nicht fließen werden. Dann würde GM dem Bericht zufolge die Europa-Tochter behalten und den Staat um Hilfe bitten oder Opel in die Insolvenz schicken. Mindestens eines der vier Werke in Deutschland würde geschlossen, weitere Tausende von Stellen würden gestrichen.

Oberstes Ziel von GM sei aber, den Magna-Deal abzuschließen und den Kaufvertrag in dieser Woche zu unterschreiben, verlautete gestern aus Unternehmenskreisen in Detroit. Es gebe keine anderen Pläne. Dem Abschluss des Vertrages stehe nichts mehr im Wege, wenn die EU grünes Licht gebe.

Die Bundesregierung hatte zuvor versucht, in einem Brief die Zweifel von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes auszuräumen. „Es gibt keinen Anlass, bisherige Entscheidungen infrage zustellen“, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. „Insbesondere ist eine Wiederholung der Entscheidungsmechanismen in keinster Weise geboten.“

Kroes hatte in einem am Freitag bekanntgewordenen Brief an Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) den Verdacht geäußert, dass die staatliche Hilfe an Magna als Käufer geknüpft war. Das würde dem Wettbewerbsrecht widersprechen.

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