Autobranche
Opelaner verzichten auf weiteren Aufsichtsratsplatz

Die Zeit für Opel tickt. Schon morgen, Donnerstag, soll der Kaufvertrag für Opel unterschrieben werden. Doch ein Streit um den Einfluss im Aufsichtsrat mit den Arbeitnehmern wird den Deal nicht verzögern.

FRANKFURT. Die Opel-Arbeitnehmer dringen nach eigenen Angaben angesichts der bevorstehenden Beteiligung der Belegschaft am Unternehmen nicht auf mehr Einfluss im Kontrollgremium des Autobauers. „Es gibt keine Forderung nach einem zusätzlichen Aufsichtsratsposten“, sagte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz dem Handelsblatt. „Wir wollen doch nicht an den Grundfesten der freiheitlichen kapitalistischen Marktordnung rütteln.“

Die Arbeitnehmer sollen im Gegenzug für Zugeständnisse an der neuen Opel-Gesellschaft mit rund zehn Prozent beteiligt werden. Ein zusätzlicher Vertreter der Arbeitnehmer auf der Kapitalseite hätte die Mehrheit der Kapitalseite im Aufsichtsgremium in Frage gestellt, da in wichtigen Fragen ein trotz Doppelstimmrecht des Vorsitzenden ein Patt geherrscht hätte.

Die Gewerkschaften verhandeln derzeit mit Magna und General Motors (GM) über ihren Beitrag an der Restrukturierung des Autobauers. Die rund 55000 Opel-Beschäftigten in Europa sollen durch Verzicht auf Weihnachts- und Urlaubsgeld oder Lohnerhöhungen bis 2014 jährlich 265 Millionen Euro einbringen. Umstritten war zuletzt, welche Mitbestimmungsrechte die Arbeitnehmer für ihre Beteiligung bekommen. Das Paket sei aber inzwischen so gut wie unterschriftsreif, hieß es in Verhandlungskreisen. Es ginge nur noch um Details.

 

Der Kaufvertrag zwischen GM und Magna wird voraussichtlich am morgigen Donnerstag unterschrieben. Zuvor hatte Magna in Großbritannien die Bedenken gegen die Pläne des Zulieferers ausräumen können. Nach Gewerkschaftsangaben vom Dienstag ist die mittelfristige Zukunft der zwei britischen Werke der Opel-Schwester Vauxhall gesichert. Bis 2013 habe der neue Opel-Besitzer Magna eine Garantie für die Werke in Ellesmere Port und Luton gegeben, wo die Belegschaft im Gegenzug für zwei Jahre auf Gehaltserhöhungen verzichtet.

In Spanien fand am Mittwoch ein neues Treffen zwischen der spanischen Regierung und Magna statt. An den Gesprächen am spanischen Opel-Standort Figueruelas nahe Saragossa sollten auch die Gewerkschaften teilnehmen. Am Dienstag hatten der spanische Industrieminister Miguel Sebastián und Magna-Chef Siegfried Wolf bei einem rund neunstündigen Treffen in Madrid eine Annäherung erzielt. Es gebe aber noch offene Fragen, hatte der Minister im Anschluss betont. Die Gewerkschaft hatte die Gespräche zuvor für gescheitert erklärt. Die Madrider Regierung verlangt von Magna langfristige Garantien für das Opel-Werk. Andernfalls will das Land sich nicht an dem 4,5 Milliarden Euro schweren staatlichen Rettungsplan für „New Opel“ beteiligen.

Bei den Hilfen für die Opel-Transaktion an Magna und dessen russischen Partner Sberbank geht es um insgesamt 4,5 Milliarden Euro einschließlich von 1,5 Milliarden Euro, die schon vorab als Überbrückungskredit für Opel gewährt wurden. Deutschland hatte angeboten, diese Finanzhilfe zunächst vorzufinanzieren und in einem zweiten Schritt dann die Beteiligung anderer Opel-Standortländer in Europa einzuholen.

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