Autobranche
Opelaner wollen notfalls Werke lahm legen

Die Rettung des Autobauers Opel ist eine Hängepartie. Jetzt reißt den Beschäftigten langsam der Geduldsfaden. Der Bochumer Betriebsratschef droht nun mit Arbeitsniederlegungen, wenn nicht endlich Hilfe anrollt. Wobei der Betriebsrat auch bereit ist, die eine oder andere Kröte zu schlucken. Selbst ein Finanzinvestor ist willkommen. In den USA ist Ford bereits weiter als General Motors.

hz/HB DÜSSELDORF. Die Opel-Beschäftigten wollen notfalls mit Arbeitsniederlegungen für den Erhalt der Werke kämpfen. Die Bundesregierung müsse rasch über mögliche Hilfen für den Autobauer verhandeln. "Anderenfalls werden wir kreative Lösungen finden, die Arbeitsplätze zu retten", sagte der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel der "Berliner Zeitung" vom Dienstag. Denkbar seien Demonstrationen und Informationsveranstaltungen, womit Gewerkschaften oft Arbeitsniederlegungen innerhalb der Friedenspflicht bezeichnen. Von solchen Aktionen seien alle deutschen Werke betroffen, sagte Einenkel der Zeitung.

Die Bundesregierung wird frühestens Anfang April über etwaige Staatshilfen für den Autobauer Opel entscheiden. An einer Änderung des Insolvenzrechts mit dem Ziel, der Tochter des US-Konzerns General Motors Opel weiterzuhelfen, arbeitet sie nach eigenen Angaben nicht.

Am 31. März will Bundeskanzlerin Angela Merkel in Rüsselsheim mit Beschäftigten des Autobauers sprechen. Am selben Tag soll die Konzernmutter der US-Regierung ihr Konzept zur Sanierung auf den Tisch legen. Unionsfraktionschef Volker Kauder bekräftigte im Deutschlandfunk, dass Opel ein zukunftsfähiges Konzept vorlegen müsse. "Wir können auf gar keinen Fall Geld in eine Firma hineingeben, die keine Zukunftsperspektive hat", sagte er.

Auf die Opelaner kommt indes ein deutlicher Lohnverzicht zu. Opel-Betriebsratschef Harald Lieske spricht sogar von einem Minus im zweistelligen Prozentbereich. Ob es soweit kommt, ist noch offen. Fest steht, dass eine geplante Lohnerhöhung nicht durchgeführt wird. Opel-Aufsichtsrat Armin Schild stellt klar, dass Opels Problem aber nicht bei den Lohnkosten liegt.

"Das Unternehmen hat bei uns schriftlich einen Antrag gestellt, die 2,1 Prozent Lohnerhöhung, die zum 1. Februar fällig gewesen wäre, nicht zahlen zu müssen", sagte Schild, Opel-Aufsichtsrat und Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter, dem Handelsblatt. Die Belegschaftsvertreter wollten dazu in den nächsten Tagen auf europäischer Ebene Position beziehen. Ein Opel-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren.

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