Autobranche
Peugeot kauft Elektroauto von Mitsubishi

Der französische Autohersteller Peugeot wird Ende 2010 ein vollkommen elektrisch angetriebenes Auto in Europa in Partnerschaft mit Mitsubishi verkaufen. Ein entsprechendes Abkommen unterzeichneten beide Hersteller gestern. dem Fahrzeug handelt es sich um eine für den europäischen Markt angepasste Version von Mitsubishis E-Auto „i Miev“.

PARIS. Einen Prototyp des Wagens stellt Mitsubishi derzeit auf dem Genfer Salon vor. Den „i Miev“ will Mitsubishi ab Sommer in Japan verkaufen. In Europa wird Peugeot seine Version des Wagens erst Ende nächsten Jahres starten. Diese Zeitdifferenz erklärt Peugeot damit, dass der Wagen für den europäischen Markt überarbeitet werden müsse. Vor allem die Regelungen für den Fußgängerschutz seien in Europa strenger, daher müsse die Frontpartie überarbeitet werden, so ein Peugeot-Sprecher.

Der Deal bietet beiden Seiten Vorteile: Peugeot spart Entwicklungskosten und kann vergleichsweise schnell ein reines E-Auto anbieten. Konzern-Chef Christian Streiff zweifelt zwar daran, dass Stromautos wegen der hohen Anschaffungskosten das Zeug für den Massenmarkt haben werden. Aber da so ziemlich jeder Hersteller hektisch an einem E-Auto arbeitet, kann er sich hier keine Lücke im Programm erlauben.

Auch die Politik drängt die Hersteller zur Produktion von abgasarmen Autos. Sie werden hoch subventioniert. In Frankreich zum Beispiel bekommt der Käufer eines reinen E-Autos 5 000 Euro vom Staat. „Wir sehen für den Wagen vor allem im Flottengeschäft Absatzchancen“, so der Peugeot-Sprecher.

Auch für Mitsubishi lohnt der Deal: Die Japaner können dank der Kooperation hoffen, schneller hohe Stückzahlen zu produzieren, und damit die Entwicklungskosten schneller hereinzuholen. Bis Sommer 2010 will der japanische Hersteller für den eigenen Absatz rund 1 000 Stück produzieren, ein Jahr später sollen es 4 000 sein. Hat Peugeot mit seiner Version des „i Miev“ Erfolg, kann Mitsubishi die Produktion schneller hochfahren.

Der „i Miev“ ist ein viertüriger Kleinwagen, der laut Mitsubishi mit einem voll geladenen Akku rund 160 Kilometer schaffen soll. Der Akku ist eine Lithium-Ionen-Batterie; dieser Stromspeicher ist leichter und leistungsstärker als herkömmliche Akkumulatoren, hat aber den Nachteil, bei Überhitzung in Brand geraten zu können. Mercedes baut in seine Hybrid-S-Klasse auch diesen Batterien-Typ ein, versieht die Batterie aber mit einem Kühlkreislauf.

Im Detail wird Peugeot zu einem nicht genannten Preis Mitsubishi „i Miev“ ab Werk abkaufen und überarbeiten. Der Verkaufspreis, den Peugeot dann erzielt, fließt vollständig den Franzosen zu. Ähnlich verfahren beide Partner bereits bei Geländewagen; Peugeot verkauft den Mitsubishi Outlander in Europa mit leichten Retuschen als Peugeot 4007.

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