Autobranche
Peugeot will enger mit BMW zusammenarbeiten

Die französischen Liebschaften von BMW werden intensiver. PSA Peugeot Citroen hat heute in Annecy erklärt, enger mit dem deutschen Autobauer zusammenarbeiten zu wollen. Das gilt vor allem für den Bereich Elektroantriebe.

ANNECY. Der französische Autokonzern PSA Peugeot Citroen will seine Kooperation mit BMW ausbauen. "Wir haben Expertengruppen eingerichtet, die derzeit an einer Vertiefung der Kooperation zu Benzinmotoren arbeiten", sagte Konzernchef Philippe Varin bei einem Pressegespräch. Derzeit liefern die Franzosen BMW die Benzinmotoren für den Mini, den BMW indes entwickelt hat. Varin kann sich vorstellen, von BMW auch größere Aggregate zu beziehen. Im Gegenzug ist es vorstellbar, dass die Münchener Zugang zum neuen, kleinen 3-Zylinder-Turbo-Motor der Franzosen erhalten.

Laut Varin gibt es ferner Gespräche mit dem Münchener Autokonzern, die Zusammenarbeit auf andere Bereiche auszudehnen. "Ich rede mit BMW-Chef Reithofer auch über Dinge wie gemeinsame Kompenten oder Einkauf", so Varin. Komponenten sind z.B. Getriebe oder Klimaanlagen.

Varin will die zahlreichen Kooperationen von PSA Peugeot Citroen nutzen, um den Konzern internationaler aufzustellen, und bei neuen Trends wie bei E-Autos vorne mit dabei zu sein. So verkaufen die Franzosen ab 2010 das E-Auto MiEV von Mitsubisi unter eigene Marke in Europa. Eine Vollfusion mit einem Hersteller schließt Varin aus, denn das lassen die Großaktionäre, die Familie Peugeot, nicht zu. "Wir wollen unsere Unabhängigkeit bewahren", so Varin.

Mit Blick auf dem eigenen Beteiligungsbesitz zeigt sich der Peugeot-Chef dagegen flexibler. Dem Konzern gehören derzeit 70 Prozent des Zulieferers Faurecia. "Faurecia sollte sich strategisch in der Welt entwickeln", erklärte Varin; sprich, Allianzen und Fusionen angehen und damit aktiv an der Konsolidierung der Autozulieferbranche teilnehmen. Sollte dabei die Faurecia eine Kapitalerhöhung begeben müssen, um eine Übernahme zu bezahlen, ist Varin bereit, den PSA-Anteil verwässern zu lassen - auch bis unterhalb der Mehrheitsschwelle: Mit Blick auf den Faurecia-Anteil "gibt es keine magische Ziffer", erklärte er.

Am Mittwoch hatte PSA seine Halbjahreszahlen bekannt gegeben. Im dritten Quartal war der Umsatz um 7,7 Prozent gefallen, mit Blick auf die vergangenen neun Monate ergibt sich damit ein Rückgang von 17,6 Prozent. Im Gesamtjahr würde der Konzern auf Niveau des Gewinns vor Zinsen und Steuern einen Verlust von einer bis 1,5 Mrd. Euro machen, "vermutlich liegt der Wert näher an einer Milliarde Euro", sagte Varin.

Er wollte keine Prognose dazu abgegeben, wann der Konzern wieder in die schwarzen Zahlen kommt. Dazu seien zu viele Marktparameter in Bewegung; er verwies auf die gesenkte Abwrackprämie in Frankreich und dem Auslaufen der Subvention in Deutschland.

Wegen dem Ende der Abwrackprämie ist Varin pessimistisch für den deutschen Markt, er rechnet im nächsten Jahr mit einem Rückgang des Gesamtmarktes von "25 bis 30 Prozent". PSA hatte mit seinen Kleinwagen zu einem der Gewinner der Kaufsubvention gezählt, in Deutschland konnten die Konzernmarken Peugeot und Citroen ihren Marktanteil von 5,4 auf 6,7 Prozent ausbauen.

Trotz des aktuellen Hypes um E-Autos bleibt Varin gelassen: "Niemand kennt den Marktanteil von Stromautos im Jahr 2020, aber ich bin sicher, dass die überwiegende Zahl der verkauften Autos noch mit klassischen Verbrennungsmotoren ausgerüstet sein wird." Die Unsicherheiten seien zu groß, um sich bereist jetzt auf eine Zukunfts-Technologie festzulegen. Ein Seitenhieb auf den Rivalen Renault, der vor allem auf reine Strom-Autos für die Zukunft setzt.

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