Autobranche: Pischetsrieder verordnet VW ein Öko-Programm

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Pischetsrieder verordnet VW ein Öko-Programm

Sparsamere Motoren, die auch Treibstoff aus nachwachsenden Rohstoffen vertragen und außerdem beim Kunden ankommen: Volkwagen hat sich ehrgeizige Ziele in puncto Umweltfreundlichkeit seiner Fahrzeuge gesetzt. Konzernchef Bernd Pischetsrieder ist überzeugt: Wer hier bremst, verliert.

HB GENF. Pischetsrieder kündigte im Vorfeld des Genfer Autosalons ein Drei-Punkte-Programm an, mit dem der Konzern seine Autos umweltfreundlicher machen und Ressourcen schonen will. Jedes neue Modell solle so entwickelt werden, dass es weniger Kraftstoff verbrauche als sein Vorgänger. Bis Ende des Jahrzehnts sollten alle Motoren von Volkswagen in der Lage sein, sowohl mit herkömmlichem fossilem Treibstoff als auch mit Biosprit betrieben zu werden können. Zudem halte VW an dem Ziel fest, ein Drei-Liter-Auto populär zu machen.

Das gesamte Unternehmen solle dem Prinzip der Nachhaltigkeit folgen, sagte Pischetsrieder. Ein Autobauer, der nicht in umweltverträgliche Verfahren und Produkte investiere, werde auf Dauer Börsenwert verlieren. „Auch wenn das Erdöl auf absehbare Zeit wichtigster Energieträger bleibt, so mehren sich doch die Anzeichen, dass das Zeitalter der fossilen Brennstoffe seinen Höhepunkt überschritten hat“, erläuterte der VW-Chef. Deshalb engagiere sich Volkswagen in der Entwicklung von alternativen Kraftstoffe.

Pischetsrieder meldete zudem Zweifel an einer durchgreifenden Belebung der Automobilkonjunktur an. „Wir gehen nicht davon aus, dass wir in diesem Jahr größeren Rückenwind vom Markt bekommen“, sagte er. Er erwarte 2006 ein Wachstum des Automobil-Weltmarktes von nur einem Prozent. Auch die im Januar um 10,8 Prozent nach oben geschnellten Zulassungen auf dem deutschen Automarkt bedeuteten nicht, dass „der Knoten geplatzt“ sei. Der Auftragseingang für Volkswagen sei „nicht schlecht“, fügte der Konzernchef hinzu. Eine größere Marktbelebung sehe er aber nicht.

Damit muss der Autobauer aus Wolfsburg auch im laufenden Jahr für Ertragsverbesserungen weiter auf Sparmaßnahmen stützen und auf rasche Vereinbarungen mit dem Betriebsrat zur Sanierung der ertragsschwachen Kernmarke VW hoffen.

Seat-Chef Andreas Schleef steht Pischetsrieder zufolge nicht unmittelbar vor der Ablösung. Es gebe keinen Anlass, ihn von seinem Posten zu entbinden. „Irgendwann“ werde der 62-Jährige aber in Ruhestand gehen, fügte der VW-Chef mit Verweis auf das Alter Schleefs hinzu. Nach einem Millionenverlust der spanischen VW-Tochter Seat war in Medien über den neuen Seat-Vertriebschef Giuseppe Tartiglione als Nachfolger Schleefs spekuliert worden.

 Fotostrecke: Was die Besucher des Genfer Autosalons erwartet

Über das geplante VW-Werk in Russland sei im Aufsichtsrat am Freitag nicht gesprochen worden, sagte Pischetsrieder. Er rechne aber innerhalb von drei Monaten mit einer Entscheidung für die Fabrik. Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh sagte, die Entscheidung sei von der Tagesordnung des Aufsichtsrats genommen worden. Die Arbeitnehmervertretung hatte kritisiert, dass VW in Russland eine neue Fabrik bauen wolle und zugleich über Überkapazitäten in seinen westdeutschen Werken klagt.

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